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    Nord Stream 2: Deutsche werfen Washington „ungehörige“ Erpressung vor – Umfrage

    © Foto: Axel Schmidt/Nord Stream 2
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    Laut einer Umfrage des Trendbarometers des Senders n-tv hält die Mehrheit der Bundesbürger die Sanktionsdrohungen Washingtons gegen die am Projekt Nord Stream 2 beteiligten deutschen Unternehmen für unangemessen.

    Den Umfrageergebnissen zufolge betrachten 67 Prozent der Deutschen den stärkeren Gas-Import aus Russland nicht als gefährliche Abhängigkeit und halten entsprechende Warnungen aus den Vereinigten Staaten für ungerechtfertigt.

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    77 Prozent der Befragten empfinden die Drohungen gegen deutsche Firmen als Erpressung. 91 Prozent bewerten die Äußerungen des US-Botschafters Richard Grenells als „ungewöhnlich und ungehörig“.

    N-tv zufolge hängt das Umfrage-Ergebnis mit dem Misstrauen der breiten Mehrheit der Bundesbürger gegen die Trump-Regierung zusammen. Neun von zehn Befragten seien überzeugt davon, dass Trump lediglich das Flüssiggas aus den USA in Europa absetzen wolle und deshalb versuche, seinen größten Konkurrenten aus Russland zu schwächen.

    Bau der Nord Stream 2 - Pipeline
    © Foto : Nord Stream 2 / Paul Langrock

    Laut Forsa-Chef Manfred Güllner sind sich die Deutschen bewusst, dass die Kontroverse um das Nord Stream 2-Projekt „nicht politisch, sondern wirtschaftlich motiviert“ ist und dass der Energiebedarf in Zukunft nicht durch erneuerbare Energien gedeckt werden könnte. Daher seien sich die Befragten über die Notwendigkeit des künftigen Erdgas-Importes im Klaren, der, angesichts der abnehmenden Gasvorräte Norwegens und anderer Länder, eher mit Lieferungen aus Russland als aus den Vereinigten Staaten realisiert werden könnte, so Güllner.

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    US-Botschafter Grenell hatte in diesem Jahr in mehreren Briefen den am Pipeline-Projekt beteiligten deutschen Konzernen mit einem „erheblichen Sanktionsrisiko“ gedroht und damit einen Skandal in Deutschland ausgelöst. Ende vergangenen Jahres hatte US-Präsident Donald Trump von einer Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen durch Nord Stream 2 abgeraten.

    Der deutsche Außenminister Heiko Maas hatte diesbezüglich am 17. Januar erklärt, dass die Pipeline Nord Stream 2 auch durch US-Sanktionen nicht mehr gestoppt werden könne.

    Der Bau der 1200 Kilometer langen Nord Stream 2-Pipeline durch die Ostsee hatte im Juli 2018 begonnen und wurde bereits zu rund einem Drittel fertiggestellt.

    Die USA hatten sich immer wieder gegen den Bau von Nord Stream 2 ausgesprochen und gedroht, die europäischen Partnerunternehmen Russlands bei diesem und anderen Pipelineprojekten mit Sanktionen zu belegen. US-Präsident Donald Trump hatte nach Verhandlungen mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin erklärt, die USA wollten mit Nord Stream 2 konkurrieren, indem sie Flüssiggas nach Europa liefern.

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    Gasbedarf, Pipelinebau, Pipeline-Projekt Nord Stream 2, Gasstreit, Gaskonzern, Ostsee-Pipeline, Gas-Pipeline, Erdgas, Import, Nord Stream-2, Nord Stream 2, deutsche Bundesregierung, Nord Stream 2 AG, US-Administration, Nord Stream 2, Richard Grenell, Heiko Maas, Donald Trump, Wladimir Putin, EU, Europa, Norwegen, Deutschland, USA, Russland