00:07 23 November 2019
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    Migranten auf dem Hauptbahnhof in Passau (Archiv)

    Migranten in Deutschland haben mehr Unternehmergeist – Studie

    © AFP 2019 / CHRISTOF STACHE
    Gesellschaft
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    Migranten in Deutschland wagen besonders häufig den Sprung in die Selbstständigkeit. Das geht aus einer aktuellen Studie der staatlichen Förderbank KfW hervor.

    Laut der Studie hatte fast jeder fünfte Gründer (21 Prozent aller Unternehmer in Deutschland) in den Jahren 2013 bis 2017 ausländische Wurzeln oder eine ausländische Staatsbürgerschaft, wie die Förderbank KfW am Montag zu ihrer Untersuchung mitteilte.

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    Ihr Bevölkerungsanteil lag zwischen 2013 und 2017 dagegen nur bei durchschnittlich 18 Prozent, hieß es.

    „Migranten sind ein unverzichtbarer Teil des Gründungsgeschehens in Deutschland, ihre Selbstständigenquote ist überdurchschnittlich“, zitiert die Agentur Reuters den KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner.

    Das habe nun zwei Gründe. „Erstens ist der Unternehmergeist von Migranten stärker ausgeprägt“, so Zeuner. „Zweitens machen sie sich aber auch häufiger aus Mangel an Jobalternativen selbstständig“, so Zeuner weiter.

    Letzteres hänge unter anderem mit den formalen Berufsqualifikationen und Sprachkenntnissen zusammen, die der deutsche Arbeitsmarkt verlange. Gerade der Abbau sprachlicher Hürden brauche Zeit und Unterstützung durch ausreichende Kursangebote.

    So haben 46 Prozent der Migranten keinen oder keinen in Deutschland anerkannten Berufsabschluss. In der gesamten Erwerbsbevölkerung seien es nur 22 Prozent. Zudem geben 38 Prozent der Migranten grundsätzlich der Selbstständigkeit den Vorzug vor abhängiger Beschäftigung. In der gesamten Bevölkerung wären nur 29 Prozent lieber ihr eigener Chef als angestellt.

    „Ein wichtiger Faktor für diesen Unterschied ist, dass viele Migranten durch eine größere Risikofreude und mehr unternehmerische Vorbilder aus ihrer Herkunftskultur geprägt sind“, erklärte Zeuner.

    Zuvor war berichtet worden, dass deutsche Ökonomen für das Land ein schwaches Konjunkturjahr 2019 vorausgesagt hatten. Sowohl das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) als auch die Commerzbank-Volkswirte sind demnach der Meinung, dass das Jahr 2019 für die deutsche Wirtschaft sehr schwach ausfallen wird. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte dann nur noch um 1,2 Prozent wachsen und damit so langsam wie seit 2013 nicht mehr, so die Agentur Reuters am 3. Dezember unter Verweis auf Experten der beiden Institute.

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    Tags:
    Unternehmer, Gründer, Studie, Migranten, KfW-Bank, Deutschland