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07:43 22 Oktober 2019
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    Studie: Holocaustleugnung erreicht erschreckendes Ausmaß in EU-Oststaaten

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    Laut einem mit der Unterstützung der Yale University, des Grinnell College und der europäischen Union des progressiven Judentums verfassten Bericht ist das Ausmaß der Holocaustleugnung in einigen EU-Oststaaten erheblich gestiegen.

    Zu diesen Staaten zählen der Studie zufolge Polen, Ungarn, Kroatien und Litauen. Gemäß der in der Untersuchung vorgeführten dreifärbigen Klassifizierung erhielten diese Länder einen „Roten Code“.

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    „Viele Regierungen in der EU rehabilitieren Kollaborateure des Zweiten Weltkriegs sowie Kriegsverbrecher bei gleichzeitiger Minimierung ihrer eigenen Schuld beim Versuch der Vernichtung von Juden“, hieß es.

    Der Berichtsverfasser weist darauf hin, dass dieser Revisionismus oft von einer nazistisch gefärbten Hassrede begleitet werde.

    So zum Beispiel vergleichen der ungarische Ministerpräsident, Viktor Orban, die französische Politikerin Marine Le Pen und der Vorsitzende der regierenden Partei Polens, Jaroslaw Kaczynski, Migration und Flüchtlinge mit ansteckenden Krankheiten, Parasiten und gefährlichen Bakterien. Dies sei den Bezeichnungen ähnlich, die Hitler und seine Nachfolger für die Juden verwendeten.

    „Unter der Regierung von Premierminister Viktor Orban hat Ungarn die zweifelhafte Auszeichnung erhalten, die Geschichte zur Rehabilitierung von Kriegsverbrechern und Verminderung seiner eigenen Schuld umzuschreiben“, betont der Bericht.

    Der 143-seitige Bericht enthält ausführliche Details zum politischen Zustand jedes EU-Mitgliedstaats (außer Schweden, Portugal und Spanien), zu ihren Bestrebungen bezüglich der Anerkennung des Holocausts, einer entsprechenden Ausbildung, ihrer eigenen Rolle in der Massenvernichtung und ihrer jüdischen Gemeinschaft.

    Den Ländern, die einen hohen Grad von Holocaustleugnung aufweisen, wird empfohlen, unabhängige Gremien zur Erforschung ihrer Holocaust-Geschichte zu schaffen.

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    Der Autor unterstreicht allerdings, dass sich die Art der Holocaustleugnung je nach Land bedeutsam unterscheiden könne und stark von der Rolle des Landes im Zweiten Weltkrieg abhänge.

    Österreich sei trotz der „rechtsextremen FPÖ, die 1956 von ehemaligen Nazis gegründet wurde“ in der gegenwärtigen Regierung ein „Star-Leistungsträger“ bei der Anerkennung seiner Verantwortlichkeit und bekam deswegen einen grünen Stempel von den Studienverfassern.

    Eine hohe Einschätzung erhielt auch Deutschland, wo eine Mehrheit der Bürger „bereit bleibt, die Verantwortung für die Erinnerung an den Völkermord zu übernehmen“.

    „Kein anderes Land akzeptiert seine Schuld so erfolgreich und kein anderes Land investiert so viel Mühe und Willen, um seiner Rolle in dieser europäischen Tragödie zu gedenken“, so der Bericht.

    Unter den anderen grün eingestuften EU-Mitgliedstaaten sind Frankreich, Belgien, Griechenland, Estland, Finnland, Tschechien, Luxemburg, die Niederlande und Rumänien.

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    Tags:
    Holocaustleugnung, Judenhass, Judentum, Gedenken, Nazis, Völkermord, Geschichte, Holocaust, Rechtsextremismus, Nationalsozialismus (Nazismus), Der Zweite Weltkrieg, Grinnell College, Universität Yale, Jarosław Kaczyński, Marine Le Pen, Viktor Orban, Europäische Union, Europa, Kroatien, Ungarn, Litauen, Polen, Österreich, Deutschland, Frankreich