21:02 20 November 2019
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    Polizeieinsatz in Deutschland (Archivbild)

    NRW: Kriminelle Clans begehen mehr als 14.000 Straftaten

    © AFP 2019 / Patrik Stollarz
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    Mitglieder krimineller Familienclans haben nach Angaben des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen zwischen 2016 und 2018 in dem Bundesland mehr als 14.225 Straftaten verübt, meldet die Westdeutsche Zeitung (WZ).

    Das LKA ist bisher von etwa 50 arabischen Großfamilien ausgegangen, allerdings scheint die Zahl der Clans mit kriminellen Strukturen etwa doppelt so hoch zu sein, als bislang angenommen, heißt es in der Meldung.

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    Diesbezüglich werde gerade das Lagebild Clankriminalität erstellt, das kurz vor der Veröffentlichung stehe, sagte der LKA-Experte für Organisierte Kriminalität Thomas Jungbluth.

    Von den etwa 6449 Tatverdächtigen sind 360, die sogenannten Intensivtäter, für ein Drittel aller Straftaten verantwortlich. Bei der Gesamtzahl der Straftaten handelt es in 26 Fällen um versuchte oder vollendete Tötungsvergehen. Weiterhin werden etwa 5600 Gewaltverbrechen und jeweils etwa 2600 Betrugs- und Eigentumsdelikte konstatiert. In 1000 Fällen handelt es sich um Drogendelikte.

    Laut Jungbluth dürfte die Dunkelzahl der Gesamtstraftaten allerdings viel höher sein. Auch sei die Gesamtgeldsumme, die die Clans durch ihre kriminellen Geschäfte verdienen, schwierig zu beziffern.

    „Wir haben in allen Kreispolizeibehörden in NRW Clan-Angehörige“, so der Experte. Der Großteil allerdings lebe im Ruhrgebiet. Die meisten in Essen, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Duisburg, Dortmund und Bochum. Aber auch in Landkreisen seien die Großfamilien zum Teil spürbar aktiv.

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    Innenminister Herbert Reul zufolge ist es notwendig bei diesem komplexen Thema entsprechende Fachkenntnisse zusammenzubringen, um Lösungen zu erarbeiten.

    „Wer Clankriminalität bekämpfen will, muss sie in allen Facetten verstehen.“, so Reul.

    Er betrachtet das Clan-Problem im Kontext der Einwanderung aus Regionen des Nahen Ostens nach Deutschland in den 1980er Jahren. Hierzulande sei für deren Integration in all der Zeit nichts getan worden und deshalb sei es jetzt an der Zeit, dass man „mit dem Handeln anfängt“, so der Innenminister.

    Der Polizeipräsident der Stadt Essen, Frank Richter, zeigt sich skeptisch und verweist darauf, dass eine rasche Lösung nicht in Sicht sei. „Wir befinden uns in einem Fußballspiel in den ersten Minuten der ersten Halbzeit“, so Richter.

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    Zuvor ist über „Falsche Polizeibeamte“ berichtet worden, die durch illegale Machenschaften bereits eine Geldsumme von etwa 50.000 Euro in Thüringen erbeutet haben sollen. Das Innenministerium des Freistaats habe dazu eine Amtliche Gefahrenmitteilung veröffentlicht.

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    Tags:
    Kriminalstatistik, Drogenschmuggler, Drogenhändler, Drogenmafia, Tötung, Straftaten, Kriminalität, Drogen, Drogenhandel, Landeskriminalamt (LKA), Polizei, CDU, Herbert Reul, Gelsenkirchen, Recklinghausen, NRW, Bochum, Essen, Duisburg, Naher Osten, Dortmund, Deutschland