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    Geplanter Umzug von Bratwurstmuseum auf früheres KZ-Gelände löst Ärger aus

    CC BY-SA 3.0 / barfisch / Trabajo propio
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    Der Stadtrat des thüringischen Mühlhausen soll am Donnerstag über die Umzugspläne des 1. Deutschen Bratwurstmuseums in Holzhausen im Thüringer Ilm-Kreis entscheiden. Die Pläne haben für Ärger gesorgt, berichten deutsche Medien.

    Die der Thüringer Leibspeise gewidmete Privateinrichtung soll der DPA zufolge verlegt werden, denn der aktuelle Standort ist zu klein für die jährlich rund 50.000 Besucher geworden. Angesichts des Vorhabens, das Museum dann in Mühlhausen das ganze Jahr über zu öffnen, statt wie bisher nur sechs Monate, und mehr Attraktionen für Kinder anzubieten, dürfte die Besucherzahl wachsen.

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    Für Kontroversen sorgte jedoch die Wahl des neuen Standorts für das Museum, das auf dem Gelände des einstigen B-Lagers am Mühlhäuser Stadtwald wieder aufgebaut werden soll. Das B-Lager des KZ Buchenwald (Deckname: Martha II) befand sich dort von September 1944 bis März 1945.

    Christian Fröhlich, Vertreter der Wirtschaftsförderung der Stadt Mühlhausen, kommentierte gegenüber der Zeitung „Bild“ die Umzugspläne. „Unser Stadtarchiv hat alles genau überprüft. Hier war kein Außenlager von Buchenwald. Die Insassen haben höchstens dort übernachtet, aber nicht gearbeitet“.

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    Das Blatt zitiert darüber hinaus die Sprecherin von der Gedenkstätte Buchenwald, Rikola-Gunnar Lüttgenau, die die Aussagen von Fröhlich als „sehr bedenklich und unreflektiert“ bezeichnete. „Dass es ein Außenlager von Buchenwald war, ist historischer Fakt. Mehrere hundert Frauen mussten dort arbeiten. Drei starben vor Ort, viele mehr an den Folgen“.

    Eine Nutzung des Areals für ein Bratwurstmuseum sei nur zu verantworten, wenn die Vergangenheit sichtbar gemacht werde, so Lüttgenau.

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    Tags:
    Gedenkstätte, Geschichte, KZ, Attraktion, Unterhaltung, Touristen, Museum, Wurst, Thüringen, Deutschland