17:40 18 Februar 2019
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    Hannover: Muslimin wegen Kopftuch aus Fitness-Studio rausgeschmissen

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    Ein Fitnessstudio in Hannover hat einer Muslimin verboten, mit ihrem Kopftuch zu trainieren. Die Frau weigerte sich, die Kopfbedeckung abzunehmen, und wurde von der Trainingsfläche weggewiesen, wie die „Hannoversche Allgemeine“ berichtete.

    Als Grund für das Verbot nannte der Studiomitarbeiter die Sicherheitsmaßnahmen, die zur Vorbeugung von Unfällen „das Tragen von Schmuck und Kopfbedeckungen beim Training“ nicht erlauben würden.

    „Der Mitarbeiter kam auf mich zu und sagte, dass ihm das jetzt sehr unangenehm sei, aber er müsse mich auf das Verbot hinweisen“, gibt die Zeitung die Worte der betroffenen Frau wieder.

    Die gebürtige Hannoveranerin mit afghanischen Wurzeln erachtet die Vorschrift allerdings als unbegründet. Denn wenn das Tragen eines Kopftuchs körperlich gefährlich wäre, würde man sie im Sportunterricht und bei den Olympischen Spielen nicht zulassen, argumentierte die Frau gegenüber dem Blatt.

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    Über ihre Reaktion auf den Rauswurf äußerte sie, dass sie „sehr schockiert“ gewesen sei. Denn sie sei Mitglied in mehreren Fitnessstudios, aber mit einer solchen Restriktion habe sie bislang nie rechnen müssen.

    Die „Hannoversche Allgemeine“ kam mit einigen anderen Fitness-Einrichtungen in Kontakt und befragte sie zu ihren Regeln bezüglich Kopftücher. Laut eigenen Angaben hat keine davon ein Verbot auf diese Kopfbedeckung verhängt. Ein Studio teilte gegenüber dem Blatt mit, es habe Kopftücher tragende Kundinnen, aber bislang sei noch kein Unfall passiert.

    Letzte Woche war berichtet worden, dass der Europäische Gerichtshof den Fall eines Kopftuchverbots bei der Drogeriemarktkette Müller prüfen sollte.

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    Tags:
    Verbot, Fitness, Kopftuch, Hannoversche Allgemeine, Hannover, Deutschland