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    Ein Surfer im Münchner Fluss Isar (Archivbild)Strand in Warnemünde (Archivbild)

    Deutschland bleibt beliebtestes Urlaubsziel der Deutschen

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    Seit Jahren machten die meisten Deutschen am liebsten Urlaub in ihrer Heimat. 2018 zog es besonders viele Urlauber in den Norden, an die Ostseeküste. Aber auch Bayern bleibt ein beliebtes Urlaubsziel. International sind die Vorlieben der Reiseweltmeister gleich geblieben – es geht vor allem in den Süden.

    Jedes Jahr stellt die Stiftung für Zukunftsfragen des Tabakunternehmens British American Tobacco ihre große Tourismusanalyse zu den Urlaubsgewohnheiten der Deutschen vor. Hierzu werden rund 3.000 Bundesbürger ab 14 Jahren zu ihrem Urlaubsverhalten und ihren Plänen und Wünschen befragt. In der aktuellen, 35. Untersuchung hat Mecklenburg-Vorpommern den Freistaat Bayern als beliebteste Urlaubsregion der Deutschen abgelöst. Acht von 100 Befragten gaben an, im vergangenen Jahr in Meck-Pomm Urlaub gemacht zu haben. Ziel der Urlauber war in erster Linie die Ostseeküste. Ein Meeresurlaub im Inland war für die Deutschen im vergangenen Jahr besonders attraktiv, weil der Sommer 2018 als einer der wärmsten aller Zeiten in die Geschichte einging. Entsprechend hoch waren auch die Wassertemperaturen der Ostsee.

    "Der lange und heiße Sommer führte dort zu ausgebuchten Hotels und vollen Stränden", schreibt Ulrich Reinhardt, Autor der Studie und wissenschaftlicher Leiter der Stiftung. "Neben den Familien als Stammpublikum konnten sich besonders viele Jungsenioren und Ruheständler für die Ostseeküste und Seengebiete im Nordosten begeistern."

    Die letzten Jahre war meist Bayern das beliebteste Reiseziel der Deutschen, wenn auch immer knapp gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern. Das nordöstliche Bundesland stand zuletzt 2014 auf Platz Eins der Reisestatistik. In diesem Jahr belegte Bayern mit 7,3 Prozent Platz zwei der beliebtesten Urlaubsregionen. Auf den Plätzen folgen mit Niedersachsen und Schleswig-Holstein wieder eher nördliche Regionen.

    Deutschland oder Europa am beliebtesten

    Insgesamt verbrachte jeder dritte Deutsche seinen Urlaub in der Heimat. Wer doch weiter weg fuhr, entschied sich meist für das europäische Ausland.  Hier sind die Lieblingsurlaubsländer der Deutschen seit Jahren mit Abstand Spanien und Italien, gefolgt von Österreich, der Türkei, Skandinavien, Griechenland und Kroatien. Insgesamt verbrachten deutlich mehr als die Hälfte der Bundesbürger (54,3%) ihren Urlaub in Europa.

    Weiter weg fuhr 2018 nur jeder achte Reisende, was in etwa 12 Prozent aller Reisenden entspricht. Die meisten Reisen gingen hier nach Asien-Fernost und Nordamerika, gefolgt von Nordafrika.

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    Insgesamt sind in der Reisesaison 2018 so viele Deutsche verreist wie nie zuvor. Seit Beginn der Tourismusanalyse vor 35 Jahren erreicht die Reiseintensität nun ihren neuen Höhepunkt: Fast zwei Drittel der Bevölkerung haben 2018 ihre Koffer gepackt und sind verreist. Zugenommen hat die Reiseintensität in jeder Altersgruppe, am stärksten jedoch in der Generation über 55 Jahren (51% zu 56%) und ganz speziell innerhalb der Gruppe der 65- bis 74-Jährigen. Verreiste 2017 „nur“ jeder Zweite von ihnen (50%), waren es 2018 bereits fast zwei von drei (61%).

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    Allerdings ging erstmals seit fünf Jahren die Reisedauer wieder leicht zurück. Nicht mehr ganz 13 Tage wurde im Durchschnitt in der Reisesaison 2018 verreist.

    Urlaub bleibt die populärste Form des Glücks

    Auch für 2019 rechnet die Stiftung für Zukunftsfragen mit einem regen Urlaubsverhalten der Deutschen, wenn auch mit einigen Fragezeichen. Professor Reinhardt, der Leiter der Studie, meint zum Ausblick auf die Reisesaison 2019: „Urlaub bleibt auch 2019 die populärste Form des Glücks. Allerdings ziehen erstmals seit Jahren auch wieder einige Wolken am Horizont auf. Der Brexit und der Handelsstreit mit den USA können ebenso den Tourismus negativ beeinflussen wie die Angst vor Terroranschlägen oder einer einsetzenden Rezession. Daher hängt einiges davon ab, wie sich die Welt in den kommenden Monaten entwickelt. Noch deutet vieles auf eine hohe Reiseintensität in 2019 hin. Ob sie aber das Niveau von 2018 erreichen wird, bleibt abzuwarten.“

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    Kurort, Studie, Forschung, Tourismus, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Ostsee, Deutschland