03:03 16 Juni 2019
SNA Radio
    Die Flagge der Schweiz (Symbolbild)

    Schweiz: Mehr als 250 Flüchtlinge wegen Heimatreisen seit 2015 angezeigt

    © Sputnik / Waleri Melnikow
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    51003

    Heimatreisen bei Flüchtlingen in der Schweiz sind laut Gesetz nicht erlaubt und können seit 2015 beim Staat gemeldet werden. Bisher sind auf diesem Weg mehr als 250 Personen aufgeflogen, wobei bei 93 das Asyl widerrufen wurde, meldet das Portal blick.de.

    Personen mit einem Flüchtlingsstatus in der Schweiz können frei reisen, mit Ausnahme in das Land, aus dem sie geflohen sind. Wer dagegen verstößt, dem droht ein Asylwiderruf, so die Meldung.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Migration nach Europa: Weniger bedeutet nicht wenig – Expertenmeinung<<<

    Nach anderen Medienberichten sind in diesem Zusammenhang in der Schweiz bisher mehr als 200 Fälle bekannt geworden, bei denen der Bund im vergangenen Jahr Konsequenzen gezogen haben soll.

    Angesichts der rund 57.000 anerkannten Flüchtlinge in der Alpenrepublik erscheint diese Zahl als verschwindend gering.

    Laut dem Staatssekretariat für Migration (SEM) ist, verglichen mit früheren Jahren, jedoch eine deutliche Zunahme zu verzeichnen, denn zwischen 2010 und 2014 ist im Schnitt nur etwa 80 Flüchtlingen pro Jahr das Asyl wegen Heimatreisen entzogen worden. Seit 2015 sind es deutlich mehr Fälle geworden.

    Grund dafür soll die Einrichtung einer Meldestelle für Heimatreisen beim SEM sein, wo seit 2015 Flüchtlinge gemeldet werden können, die unerlaubt in ihr Heimatland gereist sind. Seit dem sind so etwa 250 Personen angezeigt worden. 93 Flüchtlingen hat der Bund das Asyl entzogen.

    Ein Asylwiderruf bedeutet nicht zwangsläufig den Verlust des Flüchtlingsstatus, geht in der der Regel allerdings damit einher. Für Personen, die bereits eine Niederlassungsbewilligung erhalten haben, hat der Asylwiderruf praktisch keine Konsequenz.

    Ohne eine Niederlassungsbewilligung müssen Flüchtlinge beim Verlust von Flüchtlingsstatus und Asyl auch mit dem Verlust von speziellem Schutz und Rechten rechnen. So gelten dann strengere Bedingungen beim Familiennachzug oder es droht sogar der Verlust der Aufenthaltsbewilligung, sofern die Person sozialhilfeabhängig oder straffällig wird.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Alarmierende Zahlen: Ausländeranteil in deutschen Gefängnissen auf Rekordhoch<<<

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Migration, Flüchtlinge, Asylantrag, Asylbewerber, Asylrecht, Asylpolitik, Migrationspolitik, Migranten, Asyl, Schweiz