19:36 19 Februar 2019
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    Karl-Theodor zu Guttenberg (Archiv)

    Vorwürfe gegen Guttenberg: Abschaffung der Wehrpflicht – „Zerstörung der Bundeswehr“

    © RIA Novosti . Mikhail Fomichev
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    Der frühere Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU) erhebt schwere Vorwürfe gegen Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Rühe hält die Abschaffung der Wehrpflicht für eine „Zerstörung der Bundeswehr“. Auch Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wird scharf kritisiert.

    Wie Rühe, der unter Helmut Kohl Verteidigungsminister war, dem „Tagesspiegel“ erklärte, habe Guttenberg schwere Fehler im Umgang mit der Bundeswehr begangen.

    „Er hat freiwillig acht Milliarden eingespart. Und kopflos die Wehrpflicht abgeschafft ohne ein Konzept, wie man auf dem freien Arbeitsmarkt die Leute bekommt“, so Rühe.

    Weiterhin spricht er gar von einer „Zerstörung der Bundeswehr durch den CSU-Minister zu Guttenberg“.

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    Auch die aktuelle Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen kommt bei Rühe hart weg.

    Er sei empört, wenn die Verteidigungsministerin sagt, man hätte seit 1990 unangemessen gekürzt.

    „Wir hatten, als ich 1998 wegging, 340.000 Soldaten, davon 135.000 Wehrpflichtige. Es stimmt nicht, dass die Weichen seit 1990 falsch gestellt wurden. Die Eingriffe, die die Bundeswehr schwer getroffen haben, geschahen von 2005 an, vor allem unter zu Guttenberg", so Rühe.

    Für die Zukunft fordert er daher eine deutliche Stärkung der Bundeswehr.

    Die Bundeswehr müsse „zur stärksten konventionellen Streitmacht Europas werden“.

    Bundeswehr-Soldaten müssten an internationalen Kampfeinsätzen beteiligt werden und „dasselbe Risiko tragen wie die anderen“.

    Reine Aufklärungseinsätzen wie heute seien einfach zu wenig.

    „Die Deutschen fotografieren, die anderen bombardieren – das ist eine Sonderrolle, die nicht trägt“, sagte Rühe.

    Rühe war von 1992 bis 1998 Verteidigungsminister im Kabinett von Bundeskanzler Helmut Kohl und hat in seiner Amtszeit die Neuausrichtung der Bundeswehr nach dem Ende des Kalten Krieges mitgestaltet.

    Dazu gehörte auch die deutsche Beteiligung an der Uno-Mission in Somalia und während des Bosnienkrieges auch an Kampfeinsätzen der Nato.

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    Der heute 47-jährige Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) war seinerseits von 2009 bis 2011 Verteidigungsminister und hat die Abschaffung der Wehrpflicht ermöglicht.

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    Tags:
    Auslandseinsatz, Abschaffung, Wehrpflicht, Bundeswehr, Volker Rühe, Karl Theodor zu Guttenberg, Ursula von der Leyen