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15:01 14 Oktober 2019
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    Gedenkort in Chemnitz (Archiv)

    Fall Chemnitz: Ist Kokain an allem schuld?

    © AP Photo / Jens Meyer
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    Nach neuen Erkenntnissen soll es einen überraschenden Grund für den gewaltsamen Tod von Daniel H. (35) in Chemnitz geben, auf den fremdenfeindliche Übergriffe, rechte Demonstrationen und Attacken auf ausländische Restaurants in der Stadt folgten. Das berichten deutsche Medien.

    Nach Informationen von den Sendern NDR, WDR und MDR sowie der „Süddeutschen Zeitung“ könnte es bei dem tödlichen Streit um Kokain gegangen sein. Der Hauptverdächtige Farhad A. habe ebenso wie Daniel H. unter Drogeneinfluss gestanden.

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    Gegen drei Uhr nachts am 26. August 2018 soll einer der Tatverdächtigen, Farhad A., den 35-Jährigen angesprochen und sich dabei an die Nase gefasst und hörbar eingeatmet haben, als wolle er nach Kokain fragen. Farhard A. soll regelmäßig Drogen genommen haben, schreiben die Medien unter Berufung auf Zeugen.

    Auch bei Daniel H. sei Kokainkonsum bei der Obduktion durch die Rechtsmedizin festgestellt worden. Ob sich Täter und Opfer kannten, habe die Polizei offenbar nicht klären können.

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    Farhad A. habe Daniel H. umarmt und etwas mit ihm besprochen. Nach Informationen von NDR, WDR, MDR und SZ kam es dabei zu einem Streit, in dessen Folge Farhad A. zu Boden gegangen sei. Der zweite Tatverdächtige, der syrische Flüchtling Alaa S., sei Farhad A. daraufhin zu Hilfe geeilt und gemeinsam hätten sie dann Daniel H. mit jeweils einem Messer attackiert.

    Auf diesem Messer seien aber keine DNA-Spuren von Alaa S. gefunden worden, obwohl ein Zeuge, der die Tat aus etwa 50 Metern Entfernung beobachtet haben soll, bei ihm Stichbewegungen gesehen haben will.

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    Laut Medienberichten soll dieser Zeuge von Bekannten des Angeklagten bedroht worden sein, damit er seine Aussage zurücknimmt – was der Zeuge bereits im September 2018 bei der Polizei anzeigte. Die Bekannten von Alaa S. hätten ihn bei seiner Arbeit aufgesucht und gedroht, er werde in einem Sarg in seine Heimat zurückgeschickt. Der Zeuge sei auch mit einem Stuhl geschlagen worden.

    Farhad A. ist seit der Tat auf der Flucht. Alaa S. wird vor Gericht neben seinem Pflichtverteidiger auch von drei Wahlverteidigern unterstützt. Seine Anwältin Ricarda Lang beantragte, dass der Prozess nicht in Chemnitz stattfinden solle, sondern gleich in einem anderen Bundesland. Sie soll befürchten, rechte Gruppierungen und Parteien könnten den Prozess für ihre Zwecke ausnutzen.

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    Zur Messerstecherei mit Todesfolge war es im August 2018 am Rande des Stadtfestes gekommen. Der tragische Vorfall löste im sächsischen Chemnitz eine Reihe ausländerfeindlicher Demonstrationen aus, die bundesweit für Aufsehen sorgten.

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    Tags:
    Migranten, Rechte, Protestaktionen, Demonstration, Demonstranten, Attacke, Angriff, Tod, Drogen, Kokain, Chemnitz, Deutschland