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    Eine Schule (Symbolbild)

    Schulen in Frankreich: „Elternteil 1“ und „Elternteil 2“ statt Vater und Mutter

    © AP Photo / Markus Schreiber
    Gesellschaft
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    Laut einer in dieser Woche verabschiedeten Gesetzesänderung müssen französische Schulen die Eltern der Schüler mit „Elternteil 1“ und „Elternteil 2“ und nicht mehr mit Vater und Mutter ansprechen.

    Diese Änderung wurde im Rahmen eines umfassenderen Gesetzes verabschiedet, dass unter anderem auch den Schulbesuch für alle Dreijährigen verpflichtend macht.

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    Laut den Befürwortern dieser Neuregelung ist das Ziel dieser Maßnahme, die Diskriminierung von gleichgeschlechtlichen Eltern einzustellen. Französische Politiker behaupten, dass es dabei auch um die Würde und den Respekte vor den Menschen gehe.

    Kritiker der Gesetzesänderung sind jedoch der Ansicht, dass die Neuregelung die Eltern entmenschliche und zu Diskussionen führen werde, wer denn nun „Elternteil 1“ und wer „Elternteil 2“ sei.

    Die Diskussion um die neue Bezeichnung für die Elternteile in Frankreich ist im Kontext der 2013 eingeführten gleichgeschlechtlichen Ehe in dem Nachbarland zu betrachten.

    Seitdem wird auch die Idee, Vater und Mutter durch „Elternteil 1“ und „Elternteil 2“ zu ersetzen, diskutiert. Denn gleichgeschlechtliche Eltern sind in diesem Zusammenhang nicht mit den Begriffen „Mutter“ und „Vater“ bei schulischen Angelegenheiten der Kinder angesprochen worden.

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    Im Netz hat diese Gesetzendänderung für Hohn und Spott gesorgt. Ein User scherzte mit einer Anspielung auf den Film „Star Wars“ und veröffentlichte ein Foto mit der Unterschrift „Ich bin dein Elternteil 1“.

    ​In Frankreich ist die gleichgeschlechtliche Ehe trotz der Verabschiedung des entsprechenden Antrages weiterhin höchst umstritten und spaltet die Gesellschaft. Demonstrationen von Befürwortern der „Ehe für alle“ wurden deshalb oft auch von Protestaktionen der Gegner begleitet.

    Auch in Deutschland war es bis vor kurzem so, dass die Ehe nur Mann und Frau vorbehalten war. Doch 2017 hat der Bundestag beschlossen, dass auch homosexuelle Paare heiraten dürfen, was im Land viele überrascht hat.

    Bundesbildungsministerin Anja Karliczek zufolge war die Entscheidung zur Öffnung der Homo-Ehe etwas übereilt. In einem Interview forderte sie Langzeitstudien zum Wohlergehen von Kindern, die in Homo-Ehen aufwachsen, und erntete dafür Kritik.

    Die Ministerin plädierte dafür, Entscheidungen erst zu treffen, wenn die zu erwartenden Auswirkungen bekannt seien. „Ich glaube, so, wie wir es gemacht haben, war es nicht richtig“, sagte Karliczek. Denn das habe für Polarisierung gesorgt. „Wir verschieben eine ganze Gesellschaft und reden gar nicht richtig darüber.“

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    Tags:
    Homosexuelle, Homo-Ehe, Vater, Änderung, Elternteile, Gesetze, Eltern, Eheschließung, Mutter, Homosexualität, Ehe, Kinder, EU, Deutschland, Frankreich