08:53 20 April 2019
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    Streit um Verschleierung: Kieler Studentin will juristisch gegen Verbot vorgehen

    © AP Photo / Shakil Adil
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    Der Schleierstreit an der Kieler Universität verschärft sich weiter. Nach dem jüngst verhängten Verbot für das Tragen von Burka und Niqab will die Studentin juristisch dagegen vorgehen. Darüber berichten die „Kieler Nachrichten“.

    Die zum Islam konvertierte Deutsche sagte gegenüber dem Blatt, es hätten sich bereits „mehrere Anwälte“ dieses Falles angenommen. Unter anderem gebe es finanzielle Unterstützung von einem Verein, „der sich für religiös Diskriminierte“ einsetze.

    Zuvor war berichtet worden, dass die Kieler Christian-Albrechts-Universität nach einem Streit mit einer muslimischen Studentin ein Gesichtsschleier-Verbot verhängt hatte.

    Die nach eigenen Angaben von etwa dreieinhalb Jahren zum Islam konvertierte Deutsche soll kurz vor Weihnachten zu einer Vorlesung mit einem Gesichtsschleier gekommen sein. Der Dozent tadelte die angehende Ernährungswissenschaftlerin und ließ den Fall vom Präsidium der Universität klären. „Das Präsidium der Universität Kiel stellte Ende Januar grundsätzlich klar, dass die Kommunikation in Forschung, Lehre und Verwaltung nicht nur auf dem gesprochenen Wort beruhe, sondern auch auf Mimik und Gestik“, hieß es damals.

    Diese Argumentation der Kieler Uni-Leitung hält die 21-jährige Studentin für „überzogen, symbolisch und argumentativ haltlos“.

    Das Grundgesetz spiegele ein Verständnis dieses Landes von persönlicher Freiheit, Toleranz und Diversität wider: „Und das lässt sich nicht mit einer universitären ,Richtlinie’ rechtlich aushebeln oder einschränken.“

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    Tags:
    Studentin, Anwalt, Burka, Verbot, Universität, Kiel, Deutschland