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22:17 22 Juli 2019
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    Anti-Islam-Proteste in Dresden (Archivbild)

    „… gehört nicht zu Deutschland“ – Unionspolitiker veröffentlichen Islam-Buch

    © AP Photo / Jens Meyer
    Gesellschaft
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    Carsten Linnemann (CDU) und Winfried Bausback (CSU) haben ein Buch veröffentlicht. Es heißt „Der politische Islam gehört nicht zu Deutschland“. Der Verlag kündigt das Werk als „Ein Programm zur Verteidigung der Freiheit“ an. Zu den Co-Autoren gehört auch ein Grünen-Politiker.

    Carsten Linnemann ist stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Sein Co-Herausgeber Winfried Bausback ist Justizminister in Bayern. Die beiden gelten innerhalb der Union als konservativ. Das zeigt sich an der folgenden Aussage Linnemanns zum Kopftuch:

    „Mädchen unter 14 Jahren müssen ohne Kopftuch in unseren Bildungseinrichtungen lernen und sich frei bewegen dürfen. Wir dürfen keine Geschlechterdiskriminierung durch die Hintertür zulassen“, sagte Linnemann gegenüber der Deutschen Presseagentur (DPA).

    Der 41-jährige Bundestagsabgeordnete glaubt, eine solche Regelung wäre auf Bundesebene möglich – „man muss sie nur politisch wollen“.

    Prominenter Grünen-Politiker unter den Co-Autoren

    Beim Thema Kopftuchverbot hat Linnemann einen prominenten Mitstreiter: Boris Palmer, den Oberbürgermeister von Tübingen. Der Grünen-Politiker tanzt mit seinen Ansichten zum Thema Integration innerhalb seiner Partei regelmäßig aus der Reihe. Die DPA zitiert Palmer aus dem Buch: „Im Zweifel tut man einer jungen Muslima nichts Gutes, wenn man sie darin bestärkt, ein Kopftuch zu tragen, oder dafür Toleranz einfordert.“ Denn sie werde mit Kopftuch auf ihrem weiteren Lebensweg in Deutschland mit Sicherheit mehr Schwierigkeiten haben als ohne.

    Zu den weiteren Autoren des Buches gehören unter anderen Bassam Tibi, Ahmad Mansour sowie die Journalisten Joachim Wagner und Necla Kelek. Die Beiträge setzen sich skeptisch mit den Einflüssen auseinander, die der Islam aus dem Ausland erfährt. Ihre Titel lauten: „Der politische Islam und die Grenzen des Rechtsstaats“, „Islamistische Geldströme – und wie sie einzudämmen sind“ und „Paralleljustiz im deutschen Rechtsstaat – Friedensrichter, Streitschlichter, Schariagerichtshöfe“.

    „Islam gehört zu Deutschland“ – Klare Abgrenzung zur AfD

    Das Buch grenzt sich klar von der „Alternative für Deutschland“ ab. Zu Beginn des Vorworts formulieren die Herausgeber Linnemann und Bausback die berühmte Aussage des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff als Frage um, stellen dann aber klar: „So wird niemand bestreiten wollen, dass inzwischen viele Muslime unter und mit uns leben und dass diese zu Deutschland gehören.“ Dann stellen sie Deutschland und islamische Länder gegenüber und stellen fest, „dass Deutschland kulturell anders verwurzelt ist und der Islam nicht zu den prägenden Elementen unseres Landes gehört“.

    Das Buch wird am Donnerstag vom Bundestagspräsidenten und Ex-Bundesminister Wolfgang Schäuble (CDU) offiziell vorgestellt.

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    Tags:
    Kritik, Islamismus, Islam, Integration, Muslime, Die Grünen, Bündnis 90/Die Grünen, CDU/CSU, CSU, CDU, Wolfgang Schäuble, Deutschland