23:03 19 April 2019
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    Frau nach der Abtreibung (Archiv)

    Kaiserschnitt an 11-Jähriger löst Debatte aus - Medien

    © AP Photo / Czarek Sokolowski
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    Ein Kaiserschnitt bei einem elfjährigen Mädchen aus Argentinien, das vom Mann ihrer Großmutter vergewaltigt worden war, sorgt derzeit für hitzige Diskussionen. Der Zugang zu Abtreibungen ist in Argentinien nach wie vor sehr eingeschränkt, schreibt das Portal heute.at am Donnerstag.

    „Ich möchte, dass ihr mir wegnehmt, was der alte Mann mir in den Bauch gelegt hat“, sagte das Mädchen in ihrer Beschwerde bei der Justiz in der Provinz Tucuman. Die Elfjährige hatte gemeinsam mit ihrer Mutter eine Abtreibung beantragt.

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    Es dauerte jedoch sieben Wochen, bis das Verfahren um die Erlaubnis abgeschlossen war. Die Ärzte hatten sich auf ihr Recht der Dienstverweigerung aus Gewissensgründen berufen. In Argentinien kommt es häufig vor, dass derartige Anträge auf die lange Bank geschoben werden, bis die Schwangerschaft so weit fortgeschritten ist, dass eine Abtreibung unmöglich wird.

    In der 23. Woche kamen die Ärzte zu dem Schluss, dass das Mädchen in Gefahr sei und nicht eine Abtreibung, sondern einen Kaiserschnitt benötige. „Die Wünsche des Kindes hätten berücksichtigt werden müssen“, sagt der Anwalt der Familie. „Es gab zwei gute Gründe, die für die Abtreibung sprachen.“

    Laut argentinischem Gesetz können Schwangerschaftsabbrüche unter außergewöhnlichen Umständen – wie Vergewaltigung oder Lebensgefahr der Mutter – erlaubt werden.

    „Der Körper der Elfjährigen war für eine 23-wöchige Schwangerschaft nicht ausreichend entwickelt. Dazu war sie aufgrund der vielen Missbräuche in einer schlechten psychischen Verfassung“, wurde die Gynäkologin Cecilia Ousset, die in den Eingriff im Spital in Tucuman involviert war, vom Portal zitiert.

    Der fünfmonatige Fötus wurde aus dem Mutterleib herausgeholt, doch seine Überlebenschancen sind gleich null, sagen die Ärzte.

    „Der Staat ist für Lucias Folter verantwortlich“, skandierte die feministische Organisation #NiUnaMenos, die eine führende Rolle im Kampf um das Recht auf Abtreibung spielt.

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    Die Entscheidungsträger in der Provinz Tucuman begründeten das Verfahren damit, dass „die Rettung beider Leben im Vordergrund stand“ und diese Vorgehensweise notwendig war.

    „2018 wurde in der Abgeordnetenkammer ein Gesetz verabschiedet, das das Recht auf Abtreibung bis zur 14. Woche gewährt. Es wurde jedoch vom Senat unter dem Druck der Kirche abgelehnt. Im Heimatland von Papst Franziskus ist die Bevölkerung in der Frage der Abtreibung gespalten, und es herrscht eine hitzige Debatte zwischen zwei hochmobilisierten Lagern“, hieß es in dem Artikel.

     

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    Tags:
    Kaiserschnitt, Abtreibung, Minderjährige, Diskussion, Argentinien