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00:21 21 August 2019
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    Die schwedische Umweltschutz-Aktivistin Greta Thunberg (i.d.Mitte) während ihres Hamburg-Besuchs

    Das will deutsche Jugend von der Politik - Greta kommt zu Klima-Protesten in Hamburg

    © REUTERS / Morris Mac Matzen
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    Liudmila Kotlyarova
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    Die Klima-Proteste der Jugendlichen in Deutschland hören nicht auf. An jedem Freitag gehen die sogenannten Fridays for Future-Bewegungen auf die Straße – sie wollen gehört werden. Nun kommt Greta Thunberg nach Hamburg. Was hat sie samt ihren deutschen Unterstützern der Politik zu sagen? Die große Politikwelt scheint sie zu ignorieren.

    Am Freitag hat die nun weltbekannte 16-jährige Schwedin gemeinsam mit rund 3.000 Jugendlichen in Hamburg für den Klimaschutz demonstriert. Mit Plakaten und Transparenten riefen die Schüler: „Das Klima kann nicht warten“, „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ und forderten „Make earth cool again!“. So wurde Hamburg zum Teil ihrer Klima-Tourneen, zusätzlich zu Brüssel und Paris kurz zuvor. In Hamburg begleiteten sie unter anderem die aktiven Teilnehmer der Fridays for Future-Bewegungen in Deutschland Carla Reemtsma, Miriam Eichelbaum und Luca Peters.

    ​In ihren Aussagen zum Klimaschutz begegne uns, so der prominente Autor Gabor Steingart, eine neue Protestgeneration, die sich mit Gipfelerklärungen und Parteitagsinszenierungen nicht zufrieden gebe. Nicht nur die Erde, auch das politische Klima heize sich weiter auf. In einem Gespräch mit ihm freute sich die 17-jährige Miriam, die Enkelin eines ehemaligen Braunkohle-Kumpels aus Potsdam, der Klimaschutz-Protest erlebe gerade einen Aufstieg, sei allgemein ein riesiges Thema, welches sie gerade im Hinblick auf die kommenden Entscheidungen der Kohle-Kommission unterstütze. Ob die Klimaerwärmung gerade das wichtigste Thema sei, wichtiger als Sozialpolitik? „Da wir uns mit der Klimafrage so eng beschäftigen, stellen wir diese vor die soziale Frage“.  

    ​Die Forderungen des 18-jährigen Luca Peters sind einfach und klar: Er will gut auf diesem Planeten leben, fordert den völligen Ausstieg aus dem Kohlestrom, Fahrverbot in den Städten und zugleich Erleichterung des Zuganges zum öffentlichen Nahverkehr, lieber sogar einen kostenlosen Zugang. Er fürchtet, die Politiker werden das Thema entschärfen, zeigt sich jedoch bereit, so lange zu streiken, bis sich etwas verändert. Auch die 20-jährige Studentin aus Münster Carla Reemtsma ist bereits von den Politikern enttäuscht. Sie müssten endlich über ihre Fristen hinaus sehen und die Verantwortung für die Zukunft übernehmen, so die junge Frau. Sie freue sich jedoch darüber, dass die Bewegung wachse, dass jede Woche mehr Städte streiken würden.

    Die Bundeskanzlerin Angela Merkel fordern sie auf, sich „an das Klima-Abkommen zu halten“ und „ihre Prinzipien und Prioritäten zu überdenken“. Konkreter wollen sie sich nicht äußern.

    ​Als Angela Merkel auf der Münchner Sicherheitskonferenz ihre Bewegung und den angeblichen Cyberkrieg durch Russland in einem Satz genannt hatte, reagierten die jungen Klima-Köpfe empört. „Wir führen keinen Krieg, wir wollen die größte Krise der Menschheit verhindern“, twitterte Jakob Blasel, einer der bekanntesten deutschen Mitglieder der Bewegung. „Anscheinend fehlt der Bundeskanzlerin die Vorstellungskraft, dass Jugendliche sich politisch organisieren und selbst für ihre Zukunft eintreten können“, ergänzte Linus Steinmetz.

    Sie wollen endlich ernst genommen werden.

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    Tags:
    Umweltbelastung, Cyberkrieg, Bundeskanzlerin, Politiker, Besuch, Aktivistin, Umweltschutz, Münchner Sicherheitskonferenz, Greta Thunberg, Angela Merkel, Hamburg, Deutschland, Schweden