14:52 19 April 2019
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    Ossis weit weniger produktiv als Wessis – Studie

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    Firmen im Osten Deutschlands sind einer Studie zufolge weit weniger produktiv als jene im Westen des Landes. Selbst 30 Jahre nach der Wende erreicht kein einziges neues Bundesland die Produktivität des schwächsten alten Bundeslandes. Dies teilte der MDR unter Verweis auf den Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Reint Gropp, mit.

    Demnach erreicht kein einziges Bundesland im Osten die Produktivität des schwächsten westdeutschen Bundeslandes – also die von Saarland.

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    „Wenn man sich ein Unternehmen im Osten anschaue und ein vergleichbares im Westen, dann stelle man fest, dass das Unternehmen im Osten rund 20 Prozent weniger produktiv sei”, so MDR unter Verweis auf Prof. Dr. Reint Gropp.

    Mit der gleichen Mitarbeiteranzahl würden 20 Prozent weniger Produkte produziert, hieß es. Das habe auch, aber nicht nur mit den fehlenden Konzernzentralen in Ostdeutschland zu tun. Laut IWH haben lediglich 36 der 500 größten deutschen Unternehmen ihren Sitz im Osten des Landes. Da generell die Produktivität mit der Betriebsgröße steige, sei in Ostdeutschland eine geringere Produktivität zu verzeichnen.

    Ursache sei auch die Subventionspolitik der vergangenen Jahre. Wenn diese darauf abzielten, Arbeitsplätze zu erhalten oder zu schaffen, könne das eine höhere Produktivität behindern.

    Der Unterschied sei auch zwischen den Städten in Ost- und Westdeutschland auszumachen. Der Grund sei vor allem darin zu finden, dass in den alten Bundesländern deutlich mehr Menschen in Städten arbeiten würden, als im Osten, hieß es. Als Gegenmaßnahme sollten die Städte gestärkt werden, so der Experte. Denn dort entstünden die hochwertigen Dienstleistungen, die die Wirtschaft mehr und mehr bestimmen würden.

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    Zuvor war berichtet worden, dass der Bundesgeschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, Markus Jerger, für die Vertiefung der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen plädiert. Im Interview mit Sputnik betonte er, dass die Bundesregierung auf Kooperation statt Konfrontation setzen sollte, sonst würde man den Wirtschaftsstandort Deutschland schwächen.

    Deutschland sei nach China der zweitwichtigste Lieferant Russlands. Im Jahr 2016 seien circa zehn Prozent der russischen Importe aus Deutschland gekommen. Die wichtigsten Importgüter seien Maschinen, Nahrungsmittel, Kraftfahrzeuge und Elektrotechnik. Viele mittelständische Betriebe, insbesondere in Ostdeutschland, hätten traditionell gute Geschäftsbeziehungen mit Russland. „Weil sie ihre Produkte nun nicht mehr liefern dürfen, geraten immer mehr von ihnen in Schwierigkeiten – bis hin zur Insolvenz”, so Jerger gegenüber Sputnik.

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    Wessi, Firmen, Ossi, Unternehmen, Geschäfte, Subventionen, Wirtschaft, Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), MDR, Ostdeutschland, Deutschland