05:08 03 Dezember 2020
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    30 Jahre nach dem Mauerfall sieht der Intendant der Berliner Festspiele noch Gesprächsbedarf. „Wir müssen anfangen, die Sicht der Ostdeutschen ernst zu nehmen“, sagte Thomas Oberender am Dienstag in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

    Es gehe nicht darum, die DDR oder Helmut Kohl zu verklären, sondern darum, „ein realistischeres Bild der Revolution und der Langzeitfolgen des Einheitsvertrages für die Ostdeutschen zu zeigen“, meinte er.

    In Berlin wollen Künstler am Wochenende den Palast der Republik symbolisch wieder aufleben lassen. Auf den Fensterscheiben des Hauses der Berliner Festspiele kleben bereits Bronzefolien. „Unser ganzes Gebäude wird Las-Vegas-mäßig umgetauft, aber es ist keine Doublette“, fuhr Oberender fort.

    Im Palast der Republik hatte unter anderem die DDR-Volkskammer ihren Sitz. Der einstige Prestigebau der DDR wurde vor rund zehn Jahren abgerissen. „Unser Projekt ist nicht von Nostalgie geprägt“, sagte Oberender. Stattdessen sei es ein Anlass, „über die Geschichte zu sprechen, über Ost und West und eine Reformagenda von heute“.

    Es fühle sich an, als ob die Gesellschaft auseinanderdrifte statt zusammenzuwachsen, sagte Oberender, der in Jena geboren wurde. Das mache er zum Beispiel an den AfD-Wahlergebnissen im Osten oder der niedrigen Zahl von Ostdeutschen in Führungspositionen fest.

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    Damals seien im Osten Gewerkschaften, Parteien und Zeitungen gegründet worden. „An diese Selbstermächtigung sollten wir uns erinnern und an sie anknüpfen, sagte Oberender, „denn die Art des Beitritts, die Politik der Treuhand und der westliche Elitentransfer haben viele im Osten später sehr gekränkt“.

     

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    Ostdeutsche Bundesländer, Sicht, Thomas Oberender, DDR, Deutschland