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    Umweltaktivistin Greta Thunberg (in d. M.)

    Kritik an Umweltaktivistin Greta: „Das Mädchen wird gesteuert“

    © REUTERS / Yves Herman
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    Auch am Freitag gehen deutschlandweit wieder Tausende Kinder für den Klimaschutz auf die Straße. Gallionsfigur der Bewegung „Fridays for future“ ist die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Sie bekommt immer mehr Zuspruch, aber auch kritische Stimmen mehren sich.

    Über 700 prominente Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz unterstützen Greta und ihre Positionen beim Klimaschutz. Darüber berichtet die taz. Zu den Unterzeichnern gehören demnach Ernst Ulrich von Weizsäcker, Hans-Joachim Schellnhuber, Claudia Kemfert sowie die Fernsehmoderatoren und Forscher Eckart von Hirschhausen und Ranga Yogeshwar. Dieser sagte der Zeitung: „Wenn die USA das Pariser Klimaschutzabkommen kalt aufkündigen und klare wissenschaftliche Erkenntnisse wie Fake News behandelt werden, müssen wir Wissenschaftler irgendwann sagen: Stopp!“

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    Nicht zu stoppen ist dagegen die Bewegung. Auch für den Freitag sind bundesweit 21 Streiks geplant. Laut der Website fridaysforfuture.de gehen Schüler unter anderem in Dortmund, Düsseldorf, Greifswald, Kiel und Berlin auf die Straße.

    Kritik von konservativen, älteren Herren

    Allerdings gibt es nicht nur Befürworter. Es sind vor allem Herren in der zweiten Hälfte ihres Lebens, die dem Schwänzen für den Klimaschutz wenig abgewöhnen können. So sagte der ehemalige Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, gegenüber SNA-Radio: „Ich bin sprachlos vor der Akzeptanz der Instrumentalisierung dieses kleinen Kindes. Es ist doch ganz offensichtlich, dass das kleine Mädchen alles das, was es da sagt, nicht von sich aus erfunden hat. Wenn ich mir anhören muss, dass Frau Merkel es auch unterstützt, dass sie freitags nicht mehr zur Schule geht, dann darf man sich nicht wundern, dass auch Deutschland im internationalen Bildungsvergleich nicht mehr weiterkommt.“ Mit dem „kleinen Mädchen“ meint Henkel Greta Thunberg. Wer oder welche Organisationen die 16-Jährige für fremde Zwecke benutzen könnte, ließ der EU-Abgeordnete offen.

    Auch ein ehemaliger Parteikollege Henkels kritisiert die Schülerstreiks. „Was da geschieht, ist politischer Kindesmissbrauch“, sagte AfD-Co-Chef Jörg Meuthen am politischen Aschermittwoch. „Plötzlich finden alle das Schulschwänzen toll.“ Die jungen Leute glaubten tatsächlich, dass die Welt am Ende sei, wenn die Dekarbonisierung nicht innerhalb von 20 Jahren gelinge, sagte Meuthen. „Das ist Stuss.“

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    Belege für Instrumentalisierung? Weltweite Proteste

    Auch das liberal-konservative Online-Magazin tichyseinblick.de beschäftigt sich in einem ausführlichen Beitrag mit der Klimaaktivistin und schlägt in die gleiche Kerbe: Mit den Worten: „Wenn erwachsene Menschen eine 16-Jährige zum Instrument ihrer eigenen Weltverbesserungsfantasien machen, könnte man die gute Laune verlieren“, beginnt der Beitrag.

    Im Anschluss beleuchtet der Autor Gretas Eltern und ihr Umfeld. Das geschieht kritisch. Die offenbar nicht allzu erfolgreichen Berufskarrieren der Eltern werden skizziert, ebenso das Interesse von Umweltschutzbewegungen an dem Mädchen und die professionelle PR-Kampagne in den Sozialen Netzwerken. So bekommt der Leser den Eindruck, hinter der 16-jährigen Klimaschützerin stehen sehr wohl Erwachsene mit wirtschaftlichen Interessen und politischen Zielen.

    Ob Greta instrumentalisiert wird oder nicht, der Klimaschützerin und ihrer Bewegung folgen rund um den Globus immer mehr Schüler. Kommenden Freitag (15.03.) sind Hunderte Proteste auf der ganzen Welt geplant, 150 alleine in Deutschland. Der westlichste Punkt der Klimastreiks ist Honolulu auf Hawaii, der östlichste — im neuseeländischen Palmerston North.

    Das komplette Interview zum Nachhören:

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    Tags:
    Klimaschutz, Bewegung, Kritik, Kinder, Greta Thunberg, Schweiz, Österreich, Deutschland