02:29 21 November 2019
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    Rinkeby, an largely immigrant suburb on the outskirts of Stockholm

    Afro-Schweden fordern Änderung „rassistischen“ Namens unbewohnter Ortschaft

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    In der Provinz Dalarna in Zentralschweden liegt der unbewohnte Ort Negerbyn, dessen Name als „Negerdorf“ übersetzt wird. Nun will nach der heftigen Kritik vom Verband der Afro-Schweden die Mora Kommune den Namen ändern. Über den Fall berichteten schwedische Medien.

    Wie der Schwedische Rundfunk mitteilte, sei ein offizieller Antrag für die Ortsumbenennung eingereicht worden.

    „Dies ist ein rassistisches Wort und wir, Afro-Schweden und Schwarze afrikanischer Abstammung, verwenden das N-Wort nicht. Es stammt aus der Kolonialzeit, als die Weißen nach Afrika kamen und uns mit diesem Wort unterdrückten“, äußerte Nantale Kitali, eine Vertreterin des Verbands der Afro-Schweden, gegenüber der Zeitung „Expressen“.

    Die Verwendung dieses Wortes erachtet sie als eine Art Entmenschlichung, die Schwarze als „faul, unklug und im Vergleich zu Weißen eher tierisch“ darstellt.

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    „Damit wollen wir heutzutage nicht verbunden werden“, erklärte Kitali.

    In Negerbyn befindet sich derzeit kein einziges bewohntes Gebäude, sondern nur zwei Teiche und ein Bach.

    Der Ortsname steht mit dem Kohlebergbau in der Region im Zusammenhang. Der Ort erhielt seinen offiziellen Namen im Jahr 1975 vom Institut für Sprachen und Folklore.

    „Es gibt keinen Grund dafür, einen solchen Namen beizubehalten. Wir leben in einer Zeit ständigen Wandels und wissen, dass dieser Ausdruck heute nicht mehr verwendet wird“, so Anna Hed, Vorsitzende des Stadtrates der Mora Kommune, gegenüber dem Schwedischen Rundfunk.

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    In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts galt das schwedische Wort „neger“ als akzeptabel. In den 70ern begann es aber aus dem Gebrauch zu kommen. Die offizielle Wortliste der Schwedischen Akademie führte das Wort bis 1986 ohne Kommentar an. Später wurde er allmählich von „etwas abfällig“  auf „möglicherweise als abfällig wahrgenommen“ geändert.

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    Tags:
    Umbenennung, Rassismus, Schwedischer Rundfunk, Schwedische Akademie, Zeitung Expressen, Dalarnas län, Schweden