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    Polizeieinsatz in Hambacher Forst am 13. September 2018

    Rückschlag für BUND vor Gericht – Was wird aus dem Hambacher Forst?

    © AP Photo / Martin Meissner
    Gesellschaft
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    Von Ilona Pfeffer
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    Der Naturschutzverband BUND ist mit seinen Klagen gegen den Tagebau Hambach und die Enteignung eines seiner Grundstücke vor dem Kölner Verwaltungsgericht gescheitert. Sowohl das Land Nordrhein-Westfalen als auch der Energiekonzern RWE begrüßten das Urteil. Der BUND will Beschwerde einlegen.

    Am Dienstag hat das Verwaltungsgericht Köln alle Klagen des BUND abgewiesen. Eine Klage richtete sich gegen den Weiterbetrieb des umstrittenen Tagebaus Hambach. Mit dem nun gefällten Urteil bleibt der Hauptbetriebsplan des Tagebaus für 2018 bis 2020 rechtskräftig. Aus Sicht des BUND verstößt die Rodung des Hambacher Forstes gegen europäisches Umweltrecht.

    Die beiden anderen Klagen des Naturschutzverbandes richteten sich gegen die Enteignung eines BUND-Grundstücks am Rande des Hambacher Forsts. Auch diese Klagen wies das Gericht ab. Gegen das Urteil will der BUND Beschwerde beim nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgericht Münster einlegen.

    BUND-Vorsitzender Hubert Weiger kommentierte in einer Pressemitteilung am Mittwoch die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln:

    „Es müssen jetzt die politischen Entscheidungen getroffen werden, um RWE Einhalt zu gebieten. Die Bundesregierung muss den Kohle-Kompromiss rasch umsetzen und im ersten Schritt drei Gigawatt Braunkohle bei RWE stilllegen. Dann können der Hambacher Wald und die von den Tagebauen bedrohten Dörfer gerettet werden. Das zu regeln, ist die Verantwortung der NRW-Landesregierung.“

    Für Unverständnis und Enttäuschung sorgt das Urteil auch bei den Klimaschutzaktivisten, die sich für den Erhalt des Hambacher Forstes einsetzen.

    ​Sie geben sich aber weiter kämpferisch.

    ​Bis zum Herbst 2020 gilt im Hambacher Forst ein vorläufiger Rodungsstopp. Trotz des geplanten Kohleausstiegs bis spätestens 2038 und der Empfehlung der Kohlekommission, den Hambacher Forst zu erhalten, bleibt fraglich, ob das Waldstück, das seit Beginn des Kohleabbaus Anfang der 1980er Jahre bereits auf ein Zehntel seiner ursprünglichen Fläche geschrumpft ist, gerettet werden kann.

    >>>Mehr zum Thema: Streit im Hambacher Forst: Polizei, Umweltaktivisten und RWE im Dauerkampf<<<

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    Tags:
    Kohleausstieg, Aktivisten, Klimaschutz, Umweltschutz, Umwelt, Tagebau, Gericht, Klage, Naturschutz, RWE, Naturschutzverband BUND, Hubert Weiger, Hambacher Forst, Deutschland