00:40 17 Juni 2019
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    Polizeieinsatz in Hambacher Forst am 13. September 2018

    RWE könnte Hambacher Forst verschonen, will aber Geld dafür

    © AP Photo / Martin Meissner
    Gesellschaft
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    Ilona Pfeffer
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    Für den Kohleausstieg fordert der Energiekonzern RWE saftige Entschädigungen. Sollten entsprechende Leistungen gezahlt werden, könnte RWE auch den Hambacher Forst verschonen. Die Gewinne des Konzerns sind im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen, 2019 drohen weitere Verluste.

    Können die Umweltschützer im Hambacher Forst aufatmen? Laut einem Bericht von „ntv“ kann sich die Konzernleitung des Energieriesen RWE nun doch vorstellen, das Waldstück nicht zu roden. Bei der Bilanzvorlage für 2018 sagte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz, der Konzern wolle prüfen, was technisch mit Blick auf Standsicherheit, Rekultivierung und Wasserwirtschaft möglich sei.

    Doch der Betreiber des Tagebaus Hambach will das Waldstück nicht einfach so aufgeben, sondern will dafür entschädigt werden. Der Erhalt des umkämpften Hambacher Forstes sei teuer und für das Unternehmen unwirtschaftlich. „Symbole haben eben ihren Preis“, so Schmitz.

    Für die vorzeitige Abschaltung seiner Braunkohlekraftwerke fordert RWE Entschädigungen in Milliardenhöhe – 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro pro Gigawatt abgeschalteter Leistung. Diese Einschätzung äußerte Konzernchef Schmitz am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz in Essen. Verglichen mit den Kosten für die Ökostromförderung seien diese Entschädigungszahlungen jedoch überschaubar.

    „Ein kompletter Kohleausstieg wird wahrscheinlich nicht mehr kosten als ein halbes Jahr staatliche Förderung der erneuerbaren Energien“, so Schmitz.

    2018 hatte der Konzern wegen geringerer Stromerzeugung bei Braunkohle und Kernenergie und niedriger Großhandelspreise mit gesunkenen Einnahmen zu kämpfen gehabt. So sei das bereinigte operative Ergebnis von „RWE allein“ von 2,1 Milliarden auf 1,5 Milliarden Euro gesunken und für 2019 rechne RWE mit einem Ergebnis zwischen 1,2 und 1,5 Milliarden Euro.

    Kraftwerksstilllegungen würden außerdem Stellenabbau nach sich ziehen, so Schmitz. „Ich rechne mit einem signifikanten Abbau bereits bis 2023“. Allein im Rheinischen Revier beschäftigt RWE knapp 10.000 Mitarbeiter.

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    Tags:
    Kohleausstieg, Tagebau, Konzern, Naturschutz, Aktivisten, Umweltschutz, NTV, RWE, Rolf Martin Schmitz, Hambacher Forst, Deutschland