Widgets Magazine
13:39 20 Juli 2019
SNA Radio
    Wasser (Symbolbild)

    Alarmierender Unesco-Bericht: Zwei Milliarden Menschen ohne sauberes Trinkwasser

    CC0
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    7113

    2,1 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 4,3 Milliarden Menschen können keine sicheren Sanitäranlagen nutzen. Dies geht aus dem Bericht „Niemanden zurücklassen“ hervor, den die Unesco im Vorfeld des am 22. März begangen Weltwassertages im Auftrag der Vereinten Nationen erstellt hat.

    Laut dem Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission Ulla Burchardt müssen außerdem 844 Millionen mindestens eine halbe Stunde täglich für die Wasserbeschaffung aufwenden oder haben gar keinen Zugang.

    Weltweit lebe die Hälfte der Menschen mit unzureichendem Zugang zu sicherem Trinkwasser in Afrika: Lediglich 24 Prozent der Bevölkerung Subsahara-Afrikas hätten Zugang zu sicherem Trinkwasser. Nur 28 Prozent würden sanitäre Einrichtungen nutzen, die sie nicht mit anderen Haushalten teilen müssten.

    Allerdings hätten selbst in Europa und in Nordamerika 57 Millionen Menschen keine Wasserleitungen in ihren Häusern. 36 Millionen Menschen in diesen Großregionen bleibe der Zugang zu grundlegenden Sanitäranlagen verwehrt.

    Eine deutliche Diskrepanz gebe es nicht nur zwischen den Weltregionen und einzelnen Ländern: Auch zwischen Stadt und Land, zwischen Arm und Reich gebe es krasse Unterschiede.

    So seien 2015 etwa weltweit in Städten 63 Prozent der Haushalte an ein Abwassersystem angeschlossen gewesen, in ländlichen Gebieten nur neun Prozent. Lediglich 40 Prozent in ländlichen Regionen hätten Zugang zu fließendem Wasser gehabt — in den Städten seien es etwa 80 Prozent gewesen.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Baikal retten: Hunderttausende Russen gegen „Verkauf von Volkseigentum" an Chinesen<<<

    Die Bevölkerung der Armenviertel zahle häufig zehn bis zwanzig Mal so viel für Wasser als Bewohner von wohlhabenden Vierteln und erhalte dafür Wasser von oft schlechterer Qualität.

    Besonders betroffen seien dabei die ohnehin diskriminierten Gruppen. Auch in Flüchtlingslagern sei die Wasserversorgung oftmals besorgniserregend, so die Verfasser des Berichts.

    Die Lage in Deutschland sei „sehr gut", so Burchardt: Fast 100 Prozent aller Haushalte seien an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen und hätten Zugang zu sicheren sanitären Anlagen. „Unser Trinkwasser erfüllt laut Umweltbundesamt nahezu alle Qualitätsanforderungen", betonte sie.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Apokalypse oder Schlumpf-Pisse? Netz über Trinkwasser-Krise in Heidelberg<<<

    Probleme gebe es dafür bei den Gewässern, denn nur sieben Prozent der deutschen Flüsse und Bäche seien in einem guten oder sehr guten ökologischen Zustand.
    Der Weltwasserbericht der Vereinten Nationen wird jährlich von der Unesco und deren World Water Assessment Programme verfasst.

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Wasserversorgung, Trinkwasser, Wasser, Bericht, UNESCO, Uno, Deutschland