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22:41 15 Juli 2019
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    „Faschismus? Riecht wie Demokratie für mich“ – Wahlspot aus Israel empört

    © Sputnik / Vladimir Astapkovich
    Gesellschaft
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    In Israel kommen die Wahlen immer näher – und sie werden zunehmend radikal geführt. Laut der israelischen Politikprofessorin Fania Oz-Salzberger gerät der Wahlkampf zum „Wahnsinn“.

    Wie die 58-Jährige gegenüber dem „Spiegel“ erklärte, ist der Hass mittlerweile „der kleinste gemeinsame Nenner“ bei manchen israelischen Politikern im Wahlkampf.

    „Hass auf alle, die Israel kritisieren, und Hass auf alle, die nicht so denken wie die politische Rechte“, so die Expertin.

    „Aus langsam wachsendem Irrsinn ist mittlerweile kompletter Wahnsinn geworden (…)‚ die Demokratisierung des Bösen‘“, sagt Oz-Salzberger.

    Insbesondere eskaliere den Wahlkampf die Tatsache, dass viele Kandidaten die sozialen Netzwerke auf das Äußerste ausnutzen.

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    Besonders steche hier Ayelet Schaked hervor, eine Hardlinerin, die früher für Netanjahu arbeitete und das Potenzial habe, ihn einmal zu beerben.

    Heute ist sie nicht weniger als die Justizministerin und Co-Chefin der Partei „Die Neue Rechte“. Und in dieser Woche sorgte die 42-jährige mit einem Online-Wahlwerbespot auch außerhalb des Internets für Empörung.

    Wahlkampfspot von Ayelet Schaked:

    In einem schwarz-weiß gehaltenen Werbevideo, das an Parfüm-Werbung erinnern soll, streicht sich die Politikern durch ihre Haare, steckt sich Ohrringe an und schaut mit zweideutigen Blicken in die Kamera.

    Dann nimmt sei ein Parfümflakon in die Hand und sprüht sich damit ein.

    Darauf steht: „Faschismus“. Genau diesen Vorwurf haben nämlich ihre Kritiker gegen sie. Diesen kontert sie mit dem Spruch: „Für mich riecht das eher nach Demokratie.“

    In einer anderen Sequenz flüstert eine Frauenstimme aus dem Off unter anderem „Zähmung des Obersten Gerichts“. Schaked will nämlich die Justiz des Landes reformieren – indem die Arbeit der Richter massiv eingeschränkt wird.

    Sie betrachtet die höchsten Richter im Land als Gegner.

    Am Ende wird noch einmal die zentrale Botschaft hervorgehoben: „Die nächste Revolution ist auf dem Weg.“

    Man schaudert bei dem Gedanken, welch eine Revolution das sein könnte.

    Der Wahlspot ist auf Twitter und YouTube veröffentlicht worden und kann mit englischen Untertiteln geschaut werden.

    Schaked hat mittlerweile auf die Empörung reagiert und erklärte gegenüber dem BBC, dass es sich hierbei nur um einen politischen Prank gehandelt habe – also Satire oder Humor.

    „Ich mache Spaß über mich selbst und ich mag das übertriebene politisch korrekte Gespräch nicht”, so die Politikerin.

    Ob alle Internetnutzer jedoch diesen „Spaß” auch verstehen, ist zweifelhaft.

    Dies heben auch ihre Kritiker hervor.

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    Tags:
    Empörung, Video, Wahlkampf, Faschismus, Revolution, Demokratie, Wahlen, Ayelet Schaked, Benjamin Netanjahu, Israel