15:50 13 November 2019
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    Kein drittes Geschlecht? Deutsche gegen gendergerechte Sprache – Umfrage

    © AP Photo / Gerry Broome
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    Die Mehrheit der Deutschen hält gendergerechte Sprache für unwichtig und lehnt eine Sprachreform ab, die zur Neutralisierung der Sprache beitragen könnte. Dies geht aus einer Studie vom „Verein Deutsche Sprache“ hervor.

    Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung" zitiert aus einer repräsentativen Umfrage, der zufolge mehr als 60 Prozent der Befragten gendergerechte Sprache für „sehr unwichtig" oder „eher unwichtig" halten. Rund 75 Prozent der befragten Personen hätten sich gegen die Schaffung gesetzlicher Vorschriften zur Sprachneutralisierung ausgesprochen.

    Fliege in den Farben der LGBT-Gemeinschaft (Archiv)
    © AFP 2019 / Axel Heimken / dpa

    Selbst bei den Anhängern der Grünen betrage der Anteil der Befragten, die Gendersprache mit „sehr unwichtig" oder „eher unwichtig" bewertet hätten, 60,1 Prozent.
    Lediglich 27,9 Prozent der Frauen und 27,1 Prozent der Männer hielten gendergerechte Sprache für „eher wichtig" oder „sehr wichtig". Dazu zählen zum Beispiel Wortschöpfungen wie „Studierende", das Gendersternchen („Mülllader*in") oder das Binnen-I („KollegInnen").

    Inzwischen wolle die Dortmunder Verwaltung das dritte Geschlecht in der Sprache einführen, berichtete der Westdeutsche Rundfunk am Dienstag. Demnach will die Stadt auf diese Weise ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts anwenden.

    Bis Frühjahr 2020 sollen behördliche Formulierungen kein Geschlecht mehr ausschließen. Die Verwaltung wolle in Bezug darauf eigene Richtlinien erarbeiten, wie genau diese Vorschrift umzusetzen wäre, obwohl bestehende Modelle anderer Städte Vorbilder seien. Dafür würden viele Gespräche geführt, besonders mit trans- und intersexuellen Menschen.

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    Das Gleichstellungsbüro und die Koordinierungsstelle für Schwule, Lesben und Transidente würden sich noch auf der Suche nach passenden Formulierungen befinden.

    Der „Verein Deutsche Sprache" aus Dortmund kritisierte die Bestrebung, indem er sie als „Unsinn" bezeichnete. Die Sprache werde dadurch zu sehr verkompliziert, hieß es. Außerdem würde in der Sprachwissenschaft zwischen grammatischem und biologischem Geschlecht unterschieden, erklärte Jeanette Zangs von dem Verein.

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    Tags:
    Gendergleichheit, Geschlecht, Gender, neutral, Sprache, Verein Deutsche Sprache