Widgets Magazine
04:04 20 August 2019
SNA Radio
    Bicycles in Amsterdam

    Amsterdam: Anwohner gegen Errichtung von Denkmal für ermordete Juden

    CC0
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    6675

    75 Jahre nach Kriegsende soll in Amsterdam ein Holocaust-Denkmal entstehen, auf dem die Namen von 102.000 Opfern stehen. Doch die Anwohner protestieren gegen die Errichtung und haben sie mit einer einstweiligen Verfügung vorerst verhindert.

    Der polnisch-amerikanische Architekt Daniel Libeskind, der das Denkmal im Auftrag des niederländischen Auschwitz-Komitees entwarf, ist über den Streit zutiefst erschüttert.

    Gerade in einer „Zeit von zunehmendem Antisemitismus und Rassismus“ dürfe die Judenverfolgung nicht vergessen werden, so Libeskind gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist sehr beunruhigend, dass Menschen hier die Erinnerung auslöschen wollen.“

    Das Monument soll sich aus 102.000 Backsteinen zusammensetzen, was der Zahl der durch die deutschen Nationalsozialisten ermordeten niederländischen Juden entspricht. Jeden Stein soll der Name eines Opfers zieren.

    Bereits mehrfach sollen die Anwohner versucht haben, mit Klagen den Denkmalbau zu unterbinden – bisher aber ohne Erfolg. Nun erwirkten sie eine einstweilige Verfügung gegen den Bau, um das Fällen von 24 Bäumen zu verhindern. Das Gericht will Ende Mai die endgültige Entscheidung treffen.

    Die Anwohner kritisieren, dass sie bei der Planung nicht einbezogen worden seien und lehnen auch den Standort ab.

    „Wir sind nicht gegen ein Monument, aber dieses Namenmonument passt hier nicht her“, so Petra Catz, Vorstandsmitglied des Bewohnervereins des Viertels gegenüber der Amsterdamer Zeitung „Het Parool“. Das  Planungs- und Entscheidungsverfahren sei nicht ehrlich verlaufen.

    Das Auschwitz-Komitee zeigt kein Verständnis für diese Einwände und bezeichnet sie als „unbegreiflich“. Es würde eine Vielzahl neuer Bäume gepflanzt. Der geplante Standort befinde sich zudem in direkter Nähe zum früheren Judenviertel und anderen Museen. „Hier in dieser Straße wohnten damals 178 Juden“, erklärte der Vorsitzende Jacques Grishaver der dpa.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren