21:15 05 Dezember 2019
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    Nachtwölfe-Fahrt in Sewastopol (Archivbild)

    „Nachtwölfe“ fahren auf den Spuren des Zweiten Weltkrieges nach Berlin

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    Die Motorradtour „Wege des Sieges – nach Berlin 2019“ startet am 26. April vom Poklonnaja-Hügel in Moskau. Der Biker-Korso wird auf den Spuren des Zweiten Weltkrieges fahren. Das Ziel der Tour, die durch Städte Russlands, Weißrusslands und Osteuropas führt, ist Berlin am 9. Mai.

    Wie der Präsident der Abteilung „Wege des Sieges“ des Motorradclubs „Nachtwölfe“, Andrej Bobrowski, auf einer Pressekonferenz in der Nachrichtenagentur Rossija Segodnja mitteilte, werden die Biker durch Städte Russlands und Weißrusslands fahren, wo sie Kränze an Kriegsgräbern niederlegen wollen.

    Auf dem Territorium Mitteleuropas führt ihre Route durch Polen (Warschau, Breslau, Auschwitz), Tschechien (Starovičky, Brünn, Prag) und die Slowakei (Banská Bystrica, Zvolen, Štúrovo, Bratislava). In Deutschland besuchen sie Leipzig, Torgau, Cecilienhof und Aue. 

    In der Heldenstadt Brest, die an der Grenze zwischen Weißrussland und Polen liegt und wo für die Völker der Sowjetunion der Große Vaterländische Krieg begonnen hatte, wird der Präsident der „Nachtwölfe“, Alexander Saldostanow, der auch unter dem Namen „Chirurg“ bekannt ist, dem Korso die Siegesfahne überreichen, die dann durch die Städte Osteuropas bis nach Berlin mitgeführt wird. Saldostanow selbst wird nur bis Brest fahren können: Die anderen Länder, durch die der Biker-Korso fahren wird, haben ihm die Einreise wegen Sanktionen verweigert.

    „Für den Fall, dass es, wie 2016, Probleme am weißrussisch-polnischen Grenzübergang gibt, wird dort ein Konsularpunkt eingerichtet, der den Mitgliedern der Motorradgruppe rechtliche Beratung bietet”, erläuterte der leitende Berater für humanitäre Zusammenarbeit und Menschenrechte beim russischen Außenministerium, Sergej Morosow.

    Er merkte an, dass die Motorradtour „Wege des Sieges“ die Möglichkeit bietet, die Erinnerung an historische Ereignisse wiederherzustellen, die in einigen europäischen Ländern in den letzten Jahren zu verwischen droht.”

    Alexander Chirurg kommentierte seinerseits, dass auf Bitte der Mitglieder der „Nachtwölfe“ aus Deutschland diesmal neue deutsche Städte in die Route aufgenommen worden seien, darunter Aue in Sachsen.

    „Dieses Jahr werden wir in Deutschland durch neue Städte fahren. Das war der Wunsch unserer deutschen Kollegen, die uns in Tschechien treffen. Leider wird unsere deutsche Teilnehmerin Diana Irmisch nicht mit dabei sein. Sie ist durch ganz Russland gefahren, vom Fernen Osten bis in den Kaukasus. In Polen ist sie bei einem Unfall ums Leben gekommen. Zu ihrem Andenken haben wir ihre Heimatstadt Aue mit in die Route aufgenommen, um dort ihre Freunde und Eltern zu treffen. In Aue haben wir auch eine Frau kennengelernt, die als Kind von russischen Soldaten ein Akkordeon geschenkt bekommen hatte. Sie wollte dieses Akkordeon zusammen mit dem Alexandrow-Ensemble spielen. Jetzt kann sie aus Gesundheitsgründen nicht über lange Strecken reisen und hat uns gebeten, das Akkordeon dem Museum des Alexandrow-Ensembles zu überreichen. Das machen wir bestimmt.“

    Pressekonferenz der Nachtwölfe in Moskau
    © Sputnik / Wladimir Trefilow
    Pressekonferenz der Nachtwölfe in Moskau

    Jährlich legen die Motorradfahrer aus ganz Russland viele Kilometer zurück und versammeln sich am 9. Mai im Treptower Park und am Sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten in Berlin, um der im Krieg Gefallenen zu gedenken. Neben den russischen Bikern nehmen jetzt auch interessierte Menschen aus der ganzen Welt daran teil, hauptsächlich aus der Europäischen Union.

    >>>Mehr zum Thema: Georgien verbietet russischen „Nachtwölfen“ die Einreise<<<

    Die Bewegung sei offen für alle, sagtе Andrej Bobrowski gegenüber Sputnik:

    „Es ist schon Tradition. Hier versammeln sich Menschen, die für die Wiederherstellung der guten Beziehungen zwischen Russland und Europa sind und – was sehr wichtig ist – auch für die Bewahrung der historischen Authentizität. Besonders aktiv in dieser Hinsicht sind die Deutschen, für sie ist das von großer Bedeutung. Sie verstehen, dass wir, wenn wir jetzt alles verwischen, über mehrere Generationen eine Wiederholung der Geschichte erfahren könnten.“

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    Rocker, Biker, Zweiter Weltkrieg, Siegestag, 9. Mai, EU, Motorradclub Nachtwölfe, Alexander Saldostanow, Weißrussland, Europa, Deutschland, Russland