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01:33 20 Juli 2019
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    Plakat während der Aktion der Schülerbewegung „Fridays for Future” (Archiv)

    Schülerstreiks: Was fordert „Fridays for Future“?

    © REUTERS / SUSANA VERA
    Gesellschaft
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    Einer der häufigen Hauptkritikpunkte gegen die Schülerbewegung „Fridays for Future” lautet, dass die jungen Umweltaktivisten keine konkreten Forderungen hätten. Nun hat die Initiative in Berlin ein Forderungspapier an die deutsche Politik formuliert.

    Vier Vertreter der deutschen Bewegung „Fridays for Future“–Bewegung haben in Berlin ihre Forderungen vorgestellt. Die Sprecher Svenja Kannt, Sebastian Grieme, Linus Steinmetz und Šana Strahinjić reagierten damit bei einer Pressekonferenz im Berliner Museums für Naturkunde auf wiederholte Forderungen aus Politik und Öffentlichkeit, konkrete Maßnahmen zu äußern.

    >>>Geht auf die Straße, Kinder!<<<

    „Pariser Abkommen“ einhalten

    Der grundsätzliche Vorwurf der Jugendlichen lautet: Die deutsche Politik bekenne sich prinzipiell zum formulierten 1,5-Grad-Ziel des Abkommens von Paris, doch trotz Unterzeichnung handele sie nicht danach. Deswegen lege man nun selbst konkrete Ziele für Deutschland vor, sagte Steinmetz. In dem Papier stellen „Fridays for Future“ drei allgemeine Forderungen für Deutschland: Dazu gehören der Kohleausstieg bis zum Jahr 2030, die komplette Versorgung des Landes aus erneuerbaren Energien bis 2035 und das Erreichen der sogenannten Nettonull bis 2030. Mit Nettonull ist gemeint, dass nur noch die Menge an Treibhausgasen ausgestoßen werden solle, die über natürliche Prozesse auch wieder gebunden werden könne, wie zum Beispiel durch Neupflanzungen.

    Bis Ende des Jahres 2019 fordern die Jugendlichen konkret: ein Viertel der Kohlekraft in Deutschland abzuschalten, einen Stopp der Subventionen für fossile Energieträger und eine CO2-Steuer auf alle Treibhausgasemissionen – 180 Euro pro Tonne CO2.

    >>>„Weil ihr uns die Zukunft klaut!“ – Tausende demonstrieren bei Fridays for Future<<<

    Streiken bis gehandelt wird

    Den Angaben der Klimaaktivisten zufolge war der Forderungskatalog in bundesweiten Arbeitsgruppen in Abstimmung mit Wissenschaftlern ausgearbeitet worden. Ziel sei es, mit dem gewachsenen Einfluss der Bewegung die Politik zum Handeln zu drängen. Weiter heißt in dem Papier:

    „Uns ist bewusst, dass diese Forderungen ambitioniert sind, doch wenn wir jetzt nicht entschlossen handeln, werden wir das 1,5 Grad Celsius-Ziel verfehlen. Die dadurch entstehenden Schäden werden nicht reparabel sein.“

    Es dürfe nicht die alleinige Aufgabe der Jugend sein, Verantwortung für die Priorisierung des Klimaschutzes zu übernehmen. Da die Politik diese aber nicht wahrnehme, sehen die Schüler sich gezwungen, weiter zu streiken, bis gehandelt werde.

    Nach dem Vorbild der Schwedin Greta Thunberg streiken seit einigen Wochen auch in Deutschland jeden Freitag Tausende Schüler, um für mehr Klimaschutz und die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens zu demonstrieren.

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    Tags:
    CO2, Kinder, Pariser Abkommen, „Fridays For Future“, Forderungen, Deutschland