01:03 23 April 2019
SNA Radio
    Sprachunterricht für Migranten in Deutschland (Archiv)

    Berlins Sozialsenatorin fordert: Zuwanderer sollen besser Deutsch lernen

    © AFP 2019 / BARBARA SAX
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    19620

    Die für Integration zuständigen Minister der Länder haben auf bessere Sprachförderung der Zuwanderer gedrungen. Das schreiben deutsche Medien unter Berufung auf die Berliner Sozialsenatorin Elke Breitenbach (58, Linke).

    „Sprache ist zentral, deshalb brauchen wir für alle Menschen, die hier her kommen, Zugang zu Sprachkursen“, zitieren deutsche Medien Breitenbach.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Neue Migrationskrise: Österreichs Innenminister warnt Brüssel mit Alarmbrief<<<

    Sie forderte demnach den Bund auf, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) angebotenen Integrationskurse, in denen Kenntnisse der Sprache sowie über Deutschland allgemein vermittelt werden sollen, zu „öffnen“. Bisher dürften daran nur Menschen teilnehmen, für die das Bamf eine Bleibeperspektive sehe. Flüchtlinge etwa aus sogenannten sicheren Herkunftsstaaten oder viele Menschen zum Beispiel aus Afghanistan seien ausgeschlossen.

    „Das ist eine absurde Situation“, so Breitenbach. Einerseits habe der Gesetzgeber den Zugang dieser Menschen zu Ausbildung und Arbeit erleichtert. Andererseits hätten sie keinen Zugang zu Sprachkursen. „Unternehmen, die händeringend nach Fachkräften suchen, verstehen das nicht“, so Breitenbach. „Gute Leute fallen durch die Prüfungen, weil sie nicht ausreichend Deutsch können.“

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Neue Migrantenwelle? Bulgariens Verteidigungsminister hält 3000 Soldaten bereit<<<

    Laut Bundesinnenministerium scheiterte in den ersten drei Quartalen 2018 fast die Hälfte der Teilnehmer beim Deutschtest des Bamf. Die Politikerin forderte eine bessere Abstimmung unterschiedlicher Angebote von Bund, Ländern und Kommunen sowie einheitliche Qualitätsstandards. Sprachkurse müssten auch EU-Bürgern offenstehen, nicht nur Flüchtlingen.

    Am Donnerstag findet Medienberichten zufolge eine zweitägige Integrationsministerkonferenz unter Breitenbachs Vorsitz statt. Dabei wollen die Integrationsminister einen Beschluss zur besseren Sprachförderung fassen, so die Ministerin. Es solle auch darum gehen, digitale Möglichkeiten besser zu nutzen oder Frauen mit Kindern eine Teilnahme zu ermöglichen, indem man ihnen zum Beispiel modulare Kurse oder Kinderbetreuung anbietet.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Erstmals seit 27 Jahren: Migrationszustrom in Russland auf Rekordtief<<<

    „Die Sprache ist das A und O“, betonte Breitenbach. „Ohne Sprache werde ich mir nie eine berufliche Perspektive aufbauen können, ohne Sprache werde ich nie ein Teil dieser Gesellschaft sein.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren