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09:53 19 August 2019
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    Kinder in Johannesburg (Archiv)

    Weltbevölkerung explodiert: Fatales Wachstum in Afrika

    © AP Photo / Denis Farrell
    Gesellschaft
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    Marcel Joppa
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    In Berlin wurde am Mittwoch der Weltbevölkerungsbericht der Vereinten Nationen vorgestellt. Dieser warnt vor einem fatalen Kreislauf: Bis 2050 werde sich die Bevölkerung Afrikas verdoppeln, Deutschland hingegen schrumpfe. So könnte Nigeria in kurzer Zeit in Bezug auf die Bevölkerungszahl zum drittgrößten Land der Erde werden.

    Der Weltbevölkerungsbericht der UN trägt den Titel „Reproduktive Rechte und Entscheidungsfreiheit für alle“. Der Inhalt ist brisant: Er weist auf eine Entwicklung hin, die der Politik eigentlich schon lange bekannt ist, doch nun kaum mehr aufzuhalten sein könnte.

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    Afrika im Fokus

    Im nordostafrikanischen Eritrea bekommen Frauen beispielsweise durchschnittlich vier Kinder, im Nachbarland Sudan mindestens fünf Kinder, im westafrikanischen Mali sind es sechs und im angrenzenden Niger fast sieben Kinder pro Frau. Weltweit beträgt die Geburtenrate laut Weltbevölkerungsbericht allerdings nur 2,5. In Deutschland bekommen Frauen durchschnittlich 1,5 Kinder.

    Die Probleme sind vielfältig

    Die Folge ist verheerend. Vor allem in den ärmsten Regionen der Welt wächst die Armut weiter. Der Grund sind einerseits der Mangel an Verhütungsmitteln sowie das fehlende Wissen über die konkrete Anwendung von Kondomen, Spirale oder Pille. Dem Bericht zufolge betrifft das weltweit rund 214 Millionen Frauen und in den Entwicklungsländern jede vierte Frau im gebärfähigen Alter. Auch kulturelle Normen und eine falsch verstandene Sexualmoral spielen laut UN eine Rolle.

    Das alles ist eigentlich keine neue Erkenntnis. Schon die Weltbevölkerungskonferenz 1994 in Kairo hatte beschlossen, eine allumfassende Familienplanung und HIV-Prävention in den Vordergrund zu stellen. Die Deutsche Stiftung für Weltbevölkerung forderte deshalb nun die Politik auf, die Themen von Kairo stärker in aktuelle Entwicklungsstrategien zu integrieren.

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    Auf afrikanische Staaten zugehen

    Dem schließt sich auch Entwicklungsminister Gerd Müller an. Der CSU-Minister bastelt bereits seit Jahren an einem so genannten „Marshallplan“ für Afrika. Er warnte bei der Vorstellung des Berichts, dass sich die Bevölkerung in Afrika bis 2050 verdoppeln werde, wenn es keine Gegenmaßnahmen gebe. Nigeria werde dann das nach China und Indien drittgrößte Land der Welt sein. Müller versicherte zwar, dass die Problematik stets Gegenstand bei Verhandlungen mit Entwicklungsländern sei, jedoch könnte eine Initiative zum Gegensteuern nur von diesen Ländern selbst ausgehen.

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    Tags:
    Armut, Folgen, Deutschland, Recht, Reproduktion, UN, Nigeria, Wachstum, Bevölkerung, Welt, Afrika