00:35 17 Juni 2019
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    Der emeritierte Papst Benedikt XVI. (Archiv)

    Sexuelle Revolution der 68er Schuld an Missbrauchsfällen: Papst zur Ursache des Bösen

    © REUTERS / Alessandro Bianchi
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    Der emeritierte Papst Benedikt XVI. sieht die Mitschuld am sexuellen Missbrauch in der Kirche bei den so genannten „68ern“. Deren Gottlosigkeit und ein verquerer Moralkompass seien die Hauptursache für die Sexualdelikte.

    Im „Klerusblatt“ des Bayrischen Klerusverbands hat sich nun der einstige Papst Joseph Ratzinger in die Missbrauchsdebatte eingebracht. Auf Basis von „Notizen“, die er bei der Anti-Missbrauchkonferenz im Vatikan verfasst habe, sei nach Rücksprache mit Papst Franziskus eine Veröffentlichung erfolgt – seine Analyse des Phänomens:

    Das Übel wurzele in der sexuellen Revolution der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts. Bis in die 80er seien bis dato geltende Maßstäbe zu Sexualität weggebrochen, wovon auch die katholische Kirche nicht unbeeindruckt geblieben sei: So hätten Hochschulprofessoren öffentlich die katholische Moraltheologie in Frage gestellt. Das ehemalige Haupt der katholischen Kirche sagt außerdem, dass sich in Priesterseminaren homosexuelle Clubs gebildet hätten, die mehr oder weniger offen agierten und das Klima in den Seminaren deutlich veränderten.

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    Jedenfalls sei die Abwesenheit Gottes in der westlichen Welt der Hauptgrund für den Missbrauchsskandal. In einer Gesellschaft, in der das Maß des Menschlichen immer mehr verloren gehe, würde Böses Normalität, so sei es auch mit der Pädophilie.

    Dass sexueller Missbrauch generell ein Machtmissbrauch ist, thematisierte der Papst nicht, konstatiert der Bayerische Rundfunk, vielmehr stellte er die Machtstrukturen der Kirche gar nicht in Frage: Die "heilige Kirche" sei "unzerstörbar“ und Sünde und Böses gehörten eben dazu.

    Dass es auch in den Jahrzehnten und Jahrhunderten vor den 68ern sexuellen Missbrauch durch den Klerus gab, fiel bei Ratzinger unter den Tisch.

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    Tags:
    sexueller Missbrauch, Moral, Ursache, Kirche, Papst Benedikt XVI