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20:30 15 Juli 2019
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    Russische Medien helfen gern – Bild auf dem Weg der Besserung?

    CC BY 2.0 / Tim Reckmann / BILD
    Gesellschaft
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    Andreas Peter
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    Die aus dem russischen Staatshaushalt finanzierte und zur RT-Gruppe gehörende Video-Agentur Ruptly hat mit ihren Exklusiv-Aufnahmen von der Festnahme Julian Assanges weltweit Redaktionen versorgt. Natürlich auch die Bild-Zeitung. Erwartungsgemäß schmeckte dem Springer-Blatt die Medizin nicht. Aber sie wirkte.

    Wer die zurückliegenden Attacken und Tiraden der Bild-Zeitung gegen russische Auslandsmedien wie Sputniknews oder RT Revue passieren lässt, dem wird in der gestrigen Online-Ausgabe des Boulevard-Blatts aus dem Hause Axel Springer etwas aufgefallen sein. Ein langer Artikel unter der Überschrift „Festnahme in London – Hier trägt die Polizei Assange aus der Botschaft“ zeigte ein Video, das aus dem Katalog der russischen Videoagentur Ruptly stammt. Diese gehört wiederum zur RT-Gruppe, die wiederum vom russischen Staat finanziert wird. Einziger Kommentar im Artikel dazu: „Ausgerechnet der russische Propagandasender ‚Ruptly ‘ streamte die Festnahme zuerst. Allerdings gehört es auch zu deren Medienstrategie, virale Videos schnellstmöglich aufzukaufen.“

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    Es ist weniger die Tatsache, dass es für Bild-Verhältnisse geradezu sanft anmutet, wenn eine russische Videoagentur wie Ruptly „nur“ als Propagandasender tituliert wird. Es ist vor allem der Kontrast zu den bisherigen virtuellen Wutausbrüchen der Bild-Zeitung, deren Zeuge wir werden konnten, wann immer  russische Medienhäuser, die auch aus Deutschland berichten, es wagten, ihrer normalen journalistischen Arbeit nachzugehen ohne Springers Qualitätsmedium um Erlaubnis zu bitten. Noch im Januar 2019 tobte die Zeitung drei Tage hintereinander mit immer wütenderen Überschriften gegen Ruptly. Eine vom ZDF beauftragte Produktionsfirma hatte es gewagt, von Ruptly Spezialkameras zu mieten, um damit die Übertragung von einer Festveranstaltung zum 100. Jahrestag der Bauhausgründung aus Dessau sicherzustellen (Sputniknews berichtete).

    Der nunmehrige Artikel wirkt unter Berücksichtigung der in unserer Wahrnehmung bei Bild durchschnittlich üblichen Tonlage, Faktendichte und Faktentreue geradezu erstaunlich seriös. Auch im Hinblick auf Wikileaks und seinen Gründer. Vielleicht hat sich das Haus Springer ja doch eines Besseren besonnen und begriffen, dass dümmliche Hetze und Propaganda auf Pennäler-Niveau auf Dauer nur eines bewirkt – nämlich Gähnen.

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    Tags:
    WikiLeaks, ZDF, Propaganda, Medien, Axel-Springer-Verlag, Festnahme, Julian Assange, RT RUPTLY, Bild, Deutschland