Widgets Magazine
03:06 15 Oktober 2019
SNA Radio
    Anonymous (Symbolbild)

    „Befreit ihn, sonst werdet ihr es bezahlen“: Anonymous-Hacker zu Festnahme Assanges

    CC0
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    453869
    Abonnieren

    Die für ihren sogenannten „Hacktivismus“ bekannte Internetbewegung Anonymous hat im Zusammenhang mit der Festnahme des WikiLeaks-Gründers Julian Assange eine Erklärung veröffentlicht.

    Ihre Botschaft richtete die Gruppe an die britische Regierung und „ihre Komplizen in der Welt, die daran arbeiten, Whistleblower zum Schweigen zu bringen“.

    Anonymous verwies darauf, dass sich Assange zu einem Feind der Rechten und der Linken gemacht habe, indem er Geheimnisse auf dem ganzen politischen Spektrum enthüllte. Er veröffentlichte Beweise für Kriegsverbrechen der Regierung George W. Bushs sowie für die Korruption der ehemaligen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Anwalt dementiert Berichte über Assanges Kontakte zu russischen Hackern<<<

    Für die Informationen zu Clinton wurde Assange als russischer Geheimagent verunglimpft, obwohl dafür keine Beweise vorlagen.

    „Assange ist ein wahrer Journalist, der den Mächtigen die Wahrheit sagt und Korruption aufdeckt, egal ob links oder rechts. In der modernen Zeit gibt es nur so wenige wirkliche Journalisten, dass wir gar nicht mehr wissen, wie ein echter Journalist aussieht“, meint Anonymous.

    Diese Attacke auf freien Journalismus sei unter Zusammenarbeit vieler Akteure der Weltbühne, aber vor allem Großbritanniens und der USA, durchgeführt worden. Sie hätten sich ermächtigt gefühlt, straflos gegen das Volk handeln zu können, so die Gruppe weiter.

    Ein solches Vorgehen bringe jedoch die Welt einer weitreichenden Revolution näher, die auch im Cyberspace, dem Bereich von Anonymous, stattfinden würde.

    „Auf dem ganzen Weg, von der CIA und dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, bis hin zu den Offizieren, die Assange aus der Botschaft gezerrt haben, habt ihr euch alle als Feinde des Volkes entlarvt. Es ist an der Zeit, dass Anonymous entsprechend handelt“, warnte die Gruppe.

    Außerdem rief Anonymous zu Demonstrationen auf den Straßen auf und beteuerte, sollten sie die Größe der jüngsten Proteste in Frankreich erreichen, könnten sie Einfluss auf das Schicksal von Assange nehmen.

    >>>Mehr zum Thema: Erzfeind Assange gefasst: Clinton meldet sich zu Wort<<<

    Die Gruppe erläuterte, dass Assange bei den Menschen rund um die Welt sehr beliebt sei. Insbesondere bei jenen, die die Propaganda durchschauen könnten, welche die Auslandspolitik der USA und ihrer Alliierten rechtfertige.

    „Leider fühlt das Establishment nicht so, daher haben wir eine Warnung für das Establishment: Befreit Assange, sonst werdet Ihr es bezahlen!“, warnte Anonymous.

    Assange war am Donnerstag in der ecuadorianischen Botschaft in London festgenommen worden. Ecuador hatte ihm zuvor das Asyl sowie seine ecuadorianische Staatsbürgerschaft entzogen. Der 47-Jährige hatte dort seit Juni 2012 im selbstgewählten Exil gelebt. Die USA fordern seine Auslieferung.

    Wie die Enthüllungsplattform WikiLeaks auf Twitter bekanntgab, hatte Assange das Gebäude der diplomatischen Mission nicht verlassen – der Botschafter hatte die Polizisten eingeladen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Großbritannien, USA, Pressefreiheit, Julian Assange, Hacker, Hackergruppe Anonymous