08:38 16 Dezember 2019
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    Projekt „Brot statt Worte“

    „Brot statt Worte“ – neues Hilfsprojekt für den Donbass

    © Foto : Zukunft Donbass
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    Der Verein „Zukunft Donbass“ engagiert sich seit drei Jahren für hilfsbedürftige Menschen in den selbsternannten Volksrepubliken in der Ostukraine. Aus Spenden stellen sie Hilfstransporte zusammen mit medizinischem Gerät, Geschenken für Kinder oder Babynahrung. Das neueste Projekt „Brot statt Worte“ soll alten Menschen in Lugansk helfen.

    Vom Krieg sind oft die Schwächsten betroffen. Nachdem der Thüringer Verein „Zukunft Donbass“ in der Vergangenheit bereits Spenden für Spielzeug und Süßigkeiten für Kinder und medizinisches Gerät für Verletzte und Kranke in der Ostukraine gesammelt hat, widmet sich das neueste Projekt der Initiative nun den Alten.

    „Brot statt Worte“ soll Rentnern in der Volksrepublik Lugansk nicht nur kostenlos Lebensmittelpakete ermöglichen, sondern ihnen auch ein bis zwei Mal im Monat die Möglichkeit geben, sich bei einer Tasse Tee und Gebäck zu treffen und sich auszutauschen. Viele der älteren Menschen in den kriegsbetroffenen Gebieten im Donbass sind einsam, arm und auf Hilfe angewiesen. In seinem Spendenaufruf schreibt der Verein: „Wir können uns nicht vorstellen, was es bedeutet seinen Lebensabend in einer zerbombten Wohnung zu verbringen, keine Rente zu erhalten, wenn überhaupt nur minimal medizinisch versorgt zu werden.“

    „Übriggeblieben sind die Alten“

    Während es bei den bisherigen Aktionen des Vereins auch darum ging, Sachspenden zu sammeln, geht es diesmal in erster Linie um Finanzspenden, von denen vor Ort die Verpflegungspakete zusammengestellt und die Veranstaltungsräume angemietet werden können.

    Projekt „Brot statt Worte“
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    Projekt „Brot statt Worte“

    Eine der Initiatoren des Vereins, Iwana Steinigk, erklärt im Sputnik-Interview, warum sich ihre neue Aktion gerade den alten Menschen im Donbass widmet:

    „Viele junge Menschen hatten im Angesicht des dort herrschenden Bürgerkriegs eher die Möglichkeit, wegzugehen aus der Region. Übriggeblieben sind die Alten, die nicht die Möglichkeit haben, rüberzugehen nach Russland oder in die Ukraine. Und ihnen geht es entsprechend sozial sehr schlecht.“

    Der deutsche Verein hat sich bei seiner Gründung bewusst für Hilfsleistungen für die politisch nicht anerkannten Volksrepubliken entschieden. Dies wird in Deutschland politisch nicht unterstützt. Westliche Hilfsorganisationen sind gewöhnlich nur im ukrainisch kontrollierten Teil des Donbass unterwegs.

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    Verteilung der Hilfe nachverfolgen

    Der Verein arbeitet vor Ort in Lugansk mit  der gesellschaftlichen Organisation „Bumerang der Güte“ zusammen. Zur Seriosität dieser Partnerorganisation sagt Steinigk:

    „Wenn man in Lugansk als ausländische Organisation Hilfe leisten will, muss man auch mit vor Ort lizensierten Organisationen zusammenarbeiten. So kann man auch genau kontrollieren, wo die Hilfsgüter hingehen. Das funktioniert mit ‚Bumerang der Güte‘ sehr gut. Wir haben den Partner auch vor über einem Jahr sehr mit Bedacht ausgewählt und bisher nur gute Erfahrungen gemacht.“

    Projekt „Brot statt Worte“
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    MRT fast fertig

    Die bisher spektakulärste Aktion des Vereins war der Transport eines MRTs (Magnet-Resonanz-Tomographie-Anlage) nach Lugansk. Die Spende von einem Lieferanten für medizinische Geräte in Bayern soll in den nächsten Wochen im städtischen Krankenhaus Nr.7 in Stachanow aufgebaut werden. Dem gingen aufwendige und mit weiteren Kosten verbundene Arbeiten voraus, wie Steinigk erzählt:

    „Im Mai 2018 wurde das MRT nach Lugansk gebracht, im September das nötige Kühlaggregat. Dann hat es gedauert bis bautechnisch alles fertig war. Im Januar diesen Jahres wurde in Russland noch spezielle Aluminiumverkleidung für den MRT-Raum gekauft und vor 14 Tagen nach Stachanow geliefert. Im Juni/Juli sollte dann alles stehen. Dann kommt noch jemand aus Russland zur Montage des Gerätes, so dass im Sommer noch hoffentlich alles fertig ist.“

    Für den Transport nutzt das Aktionsbündnis ein weißrussisches Speditionsunternehmen, da kein deutsches Unternehmen bereit ist, in die vom Bürgerkrieg betroffenen Gebiete zu fahren. Die Lieferung der Hilfsgüter erfolgt über Russland. 

    Projekt „Brot statt Worte“
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    Informationen zum Aktionsbündnis "Zukunft Donbass" finden Sie unter www.zukunftdonbass.org.

    Das Interview mit Iwana Steinigk zum Nachhören: 

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    Tags:
    Rentner, Donbass, Hilfe, Krieg, Opfer, Brot, Hilfsgüter