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16:09 22 September 2019
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    Schule in Deutschland (Archivbild)

    Flüchtlinge werden nun auch in NRW Lehrermangel ausgleichen

    © AP Photo / Nigel Treblin/ddp/dapd
    Gesellschaft
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    Zur Bekämpfung des Lehrermangels wird Nordrhein-Westfalen Flüchtlinge qualifizieren und für den Unterricht einsetzen, berichtet die dpa unter Verweis auf Schulministerin Yvonne Gebauer. An den Universitäten Bielefeld und Bochum laufen bereits entsprechende Programme. In Brandenburg sind sie schon längst im Trend.

    Überlegt werde auch, so Gebauer auf die SPD-Anfrage im Düsseldorfer Landtag, die für Pädagogen aus der EU vorgesehenen Ausgleichsmaßnahmen zur vollen Lehramtsbefähigung auch für Lehrkräfte aus Drittstaaten zu öffnen. Die Landesregierung sei sich des Potenzials der nach Deutschland geflüchteten Lehrkräfte schon früh bewusst gewesen.

    Die Universitäten Bielefeld und Bochum bieten bereits speziell für geflüchtete Lehrer das Programm „Lehrkräfte plus“ an. Die einjährigen Qualifizierungsprogramme umfassen einen Intensivsprachkurs in Deutsch sowie pädagogisch-interkulturelle Schulungen. Über Hospitationen und ein integriertes Mentoringprogramm soll ebenso Einblick in das nordrhein-westfälische Schulsystem gewährt werden.

    Laut der Ministerin ist neben der Anerkennung von Lehramtsabschlüssen für Geflüchtete auch „ein Seiteneinstieg“ mit berufsbegleitendem Vorbereitungsdienst möglich. Dabei können einige Zuwanderer aus Drittländern auch für den herkunftssprachlichen Unterricht, für Vertretungsunterricht und für den offenen Ganztag eingestellt werden.

    Die SPD-Opposition soll zuvor kritisiert haben, dass die „kostbare Ressource“ von geflüchteten Lehrkräften von der NRW-Landesregierung weitgehend nicht genutzt werde. Für das Qualifizierungsprogramm „Lehrkräfte plus“ hätten sich in Bochum und Bielefeld 435 Flüchtlinge beworben. In Bochum stünden derzeit jedoch nur 25 Plätze zur Verfügung.

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    Gegenwärtig sind in Nordrhein-Westfalen laut der stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion, Eva-Maria Voigt-Küppers, 5800 Lehrerstellen nicht besetzt. Dass die schwarz-gelbe Landesregierung Unterrichtsausfall hinnehme und das Lehrkräftepotenzial unter den Geflüchteten nicht nutze, „kann und darf nicht länger geduldet werden“.

    In Brandenburg bereits Erfolgsprojekt

    In Brandenburg läuft an der Universität Potsdam bereits seit Jahren das sogenannte Qualifizierungsprogramm „Refugee Teachers Program“. Es soll Neuankömmlingen ein Grundverständnis des deutschen Schulsystems beibringen,  sodass sie in nur anderthalb Jahren wieder ihrem Job nachgehen können. Alle Absolventen des ersten Jahrgangs werden direkt in Brandenburger Schulen eingestellt, allerdings vorerst nicht als Lehrer, sondern als Zusatzkräfte und vor allem in der Grundschule. Inzwischen gibt es ähnliche Angebote in Göttingen und Bielefeld.

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    Tags:
    Flüchtlinge, Schule, Lehrer, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Potsdam, Deutschland