04:37 18 November 2019
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    Gerd Müller während der Konferenz in Moskau

    Über den „Grünen Knopf“ von Gerd Müller weiß man in Moskau Bescheid

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    Diese Idee des Bundesentwicklungsministers für Textilien, die ohne Kinderarbeit und unter ökologisch reinen Bedingungen hergestellt worden sind, ist laut dem Vize-Direktor des Moskauer Europa-Instituts, Wladislaw Below, an sich gut, obwohl sie in Deutschland auf Kritik gestoßen ist.

    Sie müsse sich erst der Massen bemächtigen, um sich zu einer materiellen Kraft zu entwickeln, sagte er während einer Konferenz in Moskau, an der auch der Minister teilnahm. Unsere Konferenz solle, so Below, „einer der Fäden werden, mit denen der Knopf nicht nur deutschen Textilien angenäht wird, sondern dazu beiträgt, dass der ,Grüne Knopf‘ auch nach Russland kommt“.

    Gerd Müller machte russische und deutsche Experten darauf aufmerksam, dass die Bevölkerung auf dem Planeten jeden Tag um 230.000 Menschen wächst. „80 Millionen Menschen jedes Jahr, davon zwei Drittel in den Entwicklungsländern, insbesondere in Afrika. Bis 2050 wird sich der afrikanische Kontinent verdoppeln. Zwei Milliarden Babys werden dort geboren. Und da entsteht die Frage: Wo gibt es Wasser und wo gibt es Essen? Wie sichern wir die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung? Ohne Russland kann diese Frage wenig beantwortet werden, wie die Herausforderung, wie wir auf den dramatischen Klimawandel reagieren.“

    Gerd Müller im Gespräch mit russischen Diplomaten
    © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    Gerd Müller im Gespräch mit russischen Diplomaten

    Es sei klar, so der Minister, Russland spüre die Folgen des Klimawandels ebenso direkt, wie dies auch in Deutschland der Fall sei. „Der dürre Sommer 2018 traf Deutschland und er traf auch Russland. Und die Zahlen und die Entwicklung zeigen, dass es kein einmaliges Ereignis war. Die Natur gerät zunehmend aus der Balance, weil der wachsende Druck einer wachsenden Weltbevölkerung und des damit verbundenen Konsums und des Wirtschaftens, das wir in unseren Staaten betreiben, schon enorm groß ist. Extremwetterereignisse nehmen weltweit zu. Auch in Russland hat sich die Zahl solcher Ereignisse in den letzten 30 Jahren vervierfacht. Der Klimawandel lässt Arten verschwinden. In den letzten 50 Jahren sind über die Hälfte der Arten ausgestorben.“

    „Umso wichtiger sei es“, fuhr der deutsche Minister fort, „dass der russische Präsident das Zeichen setzt und sagt, wir sind Teil der Weltgemeinschaft und wir werden dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen zu begrenzen und das 2-Grad-Ziel gemeinsam zu erreichen. Wir haben gemeinsame Initiativen vereinbart, zum Beispiel Best Practice, Austausch der besten Technologien zur Reduzierung des Energieeinsatzes, Energieeffizienz im Haushalt und in der Wirtschaft, aber auch im Verkehrssektor, um dies gemeinsam voranzubringen.“

    Die gemeinsame Konferenz des Europa-Instituts und der Hanns-Seidel-Stiftung habe die Hauptsache bestätigt, resümierte Below, der Dialog zwischen Russland und Deutschland im Bereich Umwelt- und Klimaschutz laufe weiter. „Gerd Müller war mit seinen Gesprächen mit Repräsentanten der russischen Regierung offenbar zufrieden, aber auch damit, dass die gestarteten Projekte fortgeführt werden.“

    Russisch-Deutsche Konferenz zum Umweltschutz und Klimawandel
    © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    Russisch-Deutsche Konferenz zum Umweltschutz und Klimawandel

    Russische Experten bekräftigten, dass sie Deutschlands Erfahrungen im Bereich Umwelt- und Klimaschutz aufmerksam verfolgen. „Gemeinsam mit ihren deutschen Kollegen haben sie Änderungen zum russischen Umweltschutzgesetz eingebracht“, so Below, „dessen Neufassung am 1. Januar dieses Jahres in Kraft getreten ist. Wichtig ist, dass die deutsch-russische Zusammenarbeit im ökologischen Bereich selbst in den Verordnungen des russischen Präsidenten ihren Niederschlag findet. Uns liegt sehr viel an dieser Zusammenarbeit, weil Deutschland in dieser Richtung weiter vorgerückt ist, während Russland erst am Anfang des Weges steht.“

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    Treibhausgasemissionen, „Grüner Knopf“, Weltbevölkerung, Umweltschutz, Zusammenarbeit, Deutschland, Russland, Klimawandel, Ernährung, Moskau, Gerd Müller