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    Dürre in Deutschland (Archiv)

    Anhaltende Dürre: Analyse warnt vor Stromausfall und Trinkwassermangel – Osten besonders bedroht

    © AFP 2019 / PATRIK STOLLARZ
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    Bolle Selke
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    Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenschutz hat in einer Studie durchgespielt, was wäre, wenn die Dürre sechs Jahre anhalten würde. Einige mögliche Folgen: Trinkwassermangel, keine Binnenschifffahrt mehr und Kraftwerke müssten runterfahren, weil sie nicht mehr gekühlt werden könnten. Ostdeutschland wäre besonders gefährdet.

    Der Sommer 2018 war besonders heiß und trocken. 2019 scheint sich ein ähnliches Szenario zu wiederholen. In Teilen Deutschlands hat es diesen Frühling bereits gebrannt und in beinahe ganz Ostdeutschland besteht ein akutes Waldbrandrisiko.

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    Rekordsommer 2018 könnte übertroffen werden

    Am Dienstag warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) deshalb vor einer Wiederholung der Extremsituation des Vorjahres.

    „Sollte die trockene Witterung in den kommenden Monaten anhalten, könnte sich die Dürre des Jahres 2018 wiederholen oder sogar übertroffen werden“, erklärte der Leiter der Agrarmeteorologie vom DWD, Udo Busch. Der DWD-Experte weiter:

    „Die Startbedingungen für die Vegetation sind 2019 in vielen Gebieten Deutschlands deutlich schlechter als im Vorjahr.“

    Sechs Jahre Dürre?

    Das Bonner Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat nun in einer Risikoanalyse durchgespielt, was bei weiteren sechs Jahren Dürre wie im Sommer 2018 in Deutschland geschehen würde. Die dem Bundesinnenministeriums unterstellte Behörde kommt zu einem Ergebnis, dass aufhorchen lässt:

    In Teilen Deutschlands könnte die Trinkwasserversorgung zusammenbrechen, Stromausfälle wären möglich, es gäbe Schäden in der Natur und wirtschaftliche Einbußen in verschiedenen Bereichen.

    Besonders betroffen wären von einer mehrjährigen Dürre „zentrale Bereiche Ostdeutschlands“. Sollte die Versorgung mit Trinkwasser schwieriger werden, könnte beispielsweise die Verwendung von Wasser für die Bewässerung von Parks oder Gärten eingeschränkt werden, ebenso die Autowäsche oder die Befüllung privater Pools. An manchen Orten müssten die Menschen voraussichtlich Wasser mit Tankwagen oder über Notleitungen erhalten, weil die Versorgung über die regulären Leitungen zusammenbrechen würde. Auch die Stromversorgung  wäre gefährdet, weil Kraftwerke runtergefahren werden müssten, da ihre Kühlung nicht mehr gewährleistet sei.

    Hohe Trockenheit bereits im April

    Auch wäre mit großen wirtschaftlichen Einbußen zu rechnen, insbesondere durch einen möglichen Zusammenbruch der Binnenschifffahrt. Industrie und Logistik würden dadurch besonders hart getroffen. Die Analyse verweist auf die Dürre 2018, welche die Schifffahrt bereits beeinträchtigte. Damals stiegen unter anderem die Benzinpreise.

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    Die Natur wäre schwer betroffen. Die Analyse warnt vor Schäden bei Pflanzen, Wildtieren und Gewässern. Ebenso die Agrarwirtschaft. Landwirte müssten vermutlich finanziell unterstützt werden, weil sie die Belastungen nicht aus eigener Kraft bewältigen könnten. Große Waldflächen könnten Bränden zum Opfer fallen.

    In vielen Teilen Deutschlands hat es bereits gebrannt, so unter anderem in Brandenburg, Berlin und Thüringen.

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    Tags:
    Bevölkerung, Ostdeutschland, Folgen, Studie, Waldbrand, Dürre, Trinkwasser, Deutschland