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    US-Soldat nahe Rakka, Syrien (Archivbild)

    USA unterschätzten dramatisch Zahl toter Zivilisten in Syrien – Bericht

    © AP Photo / Hussein Malla
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    Laut Untersuchungen der Menschenrechtsgruppen Amnesty International und Airwars ist die wahre Zahl der zivilen Opfer des Kampfes der US-Koalition gegen den „Islamischen Staat“* in Syrien viel größer als von den Vereinigten Staaten gemeldet wurde.

    Die Menschenrechtsgruppen verweisen darauf, dass im Mittelpunkt der Rhetorik der US-Behörden über den Einsatz in Syrien immer die Bemühungen stünden, zivile Opfer zu vermeiden und Luftangriffe äußerst präzise durchzuführen.

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    Der ehemalige US-Verteidigungsminister James Mattis hatte zum Beispiel gesagt, dass „wir alles Menschenmögliche tun… und viele Risiken eingehen, um zivile Opfer um jeden Preis zu vermeiden“. Die im Bericht gesammelten Informationen stellen aber ein ganz gegensätzliches Bild dar.

    „Ich habe jeden verloren, der mir lieb war. Meine vier Kinder, meinen Mann, meine Mutter, meine Schwester, meine ganze Familie. Flugzeuge warfen Bomben und Raketen fielen 24 Stunden pro Tag, und überall gab es IS-Scharfschützen. Man konnte einfach nicht atmen“, zitiert der Bericht eine Frau, die einen Koalitionsangriff in Rakka überlebte.

    Die Rechtsgruppen verwendeten Daten aus offenen Quellen, Satellitenbilder und Interviews mit lokalen Einwohnern, um genauere Angaben über die Folgen der Anti-Terror-Kampagne für die zivile Bevölkerung in Syrien zu eruieren.

    Während des viermonatigen Einsatzes der US-Koalition zur Befreiung der syrischen Stadt Rakka von der Terrormiliz im Jahr 2017 wurden laut Einschätzungen von Amnesty International und Airwars etwa 1.600 Zivilisten durch Luftangriffe und Bombenanschläge der Alliierten getötet.

    Dies unterscheide sich wesentlich von den offiziellen Angaben der USA, laut denen nur 318 Zivilisten in Rakka ums Leben gekommen seien, schreibt die Zeitschrift „Foreign Policy“.

    Diese Tendenz zur Unterschätzung der Opfer der Koalitionsangriffe sei nicht nur bei der Rakka-Operation, sondern während des gesamten vierjährigen Einsatzes der westlichen Mächte in Syrien und im Irak zu verzeichnen.

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    Das US-Militär meldete im Februar, dass es seit 2014 1.257 Zivilisten unabsichtlich getötet habe. Aber die Leiterin der Forschung von Amnesty International, Donatella Rovera,  schätzte „Foreign Policy“ zufolge, dass die wahre Zahl etwa zehnmal höher sei. Sie beschrieb das Ausmaß der Zerstörung in Rakka als „in der heutigen Zeit beispiellos“.

    *Islamischer Staat, auch Daesh – Terrororganisation, in Russland verboten

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