Widgets Magazine
05:52 22 September 2019
SNA Radio
    Facebook (Symbolbild)

    Die Facebook-Toten kommen – und werden 2070 in der Überzahl sein

    CC BY 2.0 / Book Catalog/shopcatalog / facebook
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    Von
    14324
    Abonnieren

    Profile von verstorbenen Menschen mehren sich auf Facebook und könnten in 50 Jahren in der Überzahl gegenüber den lebenden Nutzern sein. Das hat eine Analyse des Oxford Internet Institute ergeben. Die Autoren fordern, dass nicht allein ein gewinnorientiertes Unternehmen über dieses Erbe verfügen soll.

    Akademiker des Oxford Internet Institute (OII) sagen vorher, dass in 50 Jahren die Profile verstorbener Nutzer auf Facebook in der Überzahl sein werden, teilt die University of Oxford mit. Bei dieser Schätzung werden die Nutzerzahlen von 2018 herangezogen und argumentiert, dass bis 2100 mindestens 1,4 Milliarden Nutzer gestorben sein werden. Expandiert das Netzwerk weiter, dann könnten es sogar 4,9 Milliarden vor dem Ende des laufenden Jahrhunderts sein.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Facebook pfuschte wieder — 1,5 Millionen Nutzer betroffen<<<

    „Diese Statistik regt neue und komplizierte Fragen an, wer die Rechte an all diesen Daten besitzen soll und wie diese im besten Interesse der Familien und Freunde der Verstorbenen von künftigen Geschichtsschreibern genutzt werden, um die Vergangenheit zu verstehen“, teilt der Hauptautor der Studie, Carl Öhmann, mit. „Wir haben eben erst begonnen, diese Frage auf gesellschaftlicher Ebene zu behandeln und haben einen weiten Weg vor uns. Der Umgang mit unseren digitalen Überresten wird in Zukunft jeden betreffen, der soziale Medien nutzt, da jeder von uns eines Tages dahinscheiden und seine Daten zurücklassen wird. Aber die Gesamtheit dieser Daten von Verstorbenen ist mehr als die Summe ihrer Teile. Sie ist, oder wird es einst sein, Teil unserer globalen digitalen Erbschaft.“

    Facebook-Logo (Symbolbild)
    © AP Photo / Noah Berger
    Mitautor David Watson erklärt: „Nie zuvor in der Geschichte wurde ein so gigantisches Archiv an menschlichem Verhalten und Kultur an einem einzigen Ort versammelt. Die Kontrolle über dieses Archiv wird in gewissem Sinne die Kontrolle über unsere Geschichte bedeuten. Deshalb ist es wichtig, dass der Zugang zu diesen historischen Daten sich nicht auf ein einziges profitorientiertes Unternehmen beschränkt. Es ist ebenfalls wichtig, dass künftige Generationen das digitale Erbe nutzen können, um ihre Geschichte zu begreifen.“ Deshalb solle Facebook Historiker, Archivare, Archäologen und Ethiker einladen, diese Daten ebenfalls zu verwalten und zu analysieren, findet er.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Gegen Hass-Kommentare? Wien will Identifikationspflicht im Internet einführen<<<

    Diese Voraussagen basieren auf Daten der Vereinten Nationen, die die zu erwartenden Todeszahlen und Gesamtbevölkerungen aller Länder nach Alter angeben. Hinzu kommen Daten über die Anzahl der Nutzer, deren Alter und Herkunft von Facebook selbst.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Verstorben, Rechte, Daten, Studie, Facebook, Oxford, Großbritannien