21:35 03 Dezember 2020
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    “Holt unsere Kinder zurück!” – Angehörige von IS-Anhängern demonstrieren in Berlin

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    Am Montag demonstrierten Angehörige von IS-Anhängern vor dem Auswärtigen Amt in Berlin. Ihre Forderung an die Politik: Die Bundesregierung soll in syrischen Camps inhaftierte Frauen und Kinder nach Deutschland zurückholen.

    Am Montagmorgen versammelte sich eine kleine Gruppe von Demonstranten vor dem Auswärtigen Amt in Berlin. Um sich in der Bundeshauptstadt Gehör zu verschaffen, haben sie weite Anreisen auf sich genommen – aus Hamburg, Bremen, Köln. Was diese Menschen eint, ist die Sorge um ihre Kinder, Enkel, Nichten und Neffen, die in Camps in Nordsyrien gefangen gehalten werden. Manche von ihnen sind freiwillig nach Syrien gegangen, um ihren muslimischen Glauben auszuleben, andere sind ihren Partnern gefolgt, Dritte wurden entführt. Nun müssen sie zu Tausenden in den Camps ausharren, mit einer ungewissen Zukunft.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Aktivitäten des IS in Deutschland: Warnung vor „tickenden Zeitbomben“<<<

    Die Bedingungen vor Ort seien sehr schlecht, erzählen uns die Demonstranten. Es sei bitterkalt in den einfachen Zeltunterkünften, es fehle an Nahrungsmitteln und medizinischer Versorgung. Es gebe nicht einmal Betten, die Menschen müssten auf dem Boden schlafen. Für die Kinder sei es besonders schlimm. Manche von ihnen wurden von den Eltern aus der Sicherheit Deutschlands in das umkämpfte Syrien gebracht, andere kamen schon in den Lagern zur Welt. Dieses Schicksal haben sie sich nicht ausgesucht.

    Danisch Farooqis kleine Tochter Aaliya ist von ihrer Mutter nach Syrien entführt worden. Jahrelang hat der junge Mann nach ihr gesucht, jetzt weiß er, dass die Achtjährige in einem Camp eingesperrt ist. Er fordert von der Bundesregierung, dass sie endlich etwas unternimmt und Aaliya und andere Kinder nach Deutschland zurückholt. Die Kinder haben keine Schuld an den falschen Entscheidungen ihrer Eltern und verdienen eine normale, glückliche Kindheit, sind sich die Demonstranten einig. Sie alle sind seit Langem in Deutschland, haben die deutsche Staatsbürgerschaft. Umso weniger können sie verstehen, warum sich die Bundesregierung nicht für ihre Kinder und Enkel einsetzt, die in syrischen Camps festgehalten werden. „Morgen kann es zu spät sein, morgen könnten sie sterben“, sagt eine verzweifelte Mutter.

    Alle bisherigen Bemühungen, die Politik zum Handeln zu bewegen, haben nicht gefruchtet. Am Montag ist die kleine Gruppe deswegen nach Berlin gereist, um vor dem Auswärtigen Amt zu demonstrieren und ihre Petitionen einzureichen. Danisch Farooqi und einem seiner Mitstreiter ist es sogar gelungen, mit zuständigen Stellen im Auswärtigen Amt ins Gespräch zu kommen, die Antwort sei jedoch ernüchternd ausgefallen. Gegenwärtig werde geprüft, ob, wie und wann die Kinder nach Deutschland zurückgeholt werden können.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Gefährderin nach Rückkehr aus Syrien in Haft – Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft<<<

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