23:21 21 November 2019
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    Die Moschee Sultan Omar Ali Saifuddin in Brunei (Archivbild)

    Nach internationalen Protesten: Brunei setzt Todesstrafe gegen Homosexuelle aus

    © Foto: Bernard Spragg. NZ
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    Das Sultanat Brunei will wegen des wachsenden internationalen Drucks die Todesurteile gegen Homosexuelle nicht vollstrecken, meldet die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag.

    Dies kündigte Sultan Hassan Bolkaniah in einer Rede zum Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan an.

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    Trotzdem verteidigte er zugleich die verschärfte Scharia-Gesetzgebung.

    „Mir ist bewusst, dass es viele Fragen und falsche Annahmen über die Implementierung des (‚Scharia Penal Code Order‘ – Anm. d. Red) gibt. Dennoch glauben wir: Sobald diese ausgeräumt sind, werden die Vorzüge dieses Gesetzes sich bemerkbar machen“, so Bolkaniah.

    In Brunei gilt bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten de-facto ein Moratorium, keine Todesurteile zu vollstrecken. Das betrifft auch Urteile gegen Homosexuelle.

    In dem Kleinstaat auf der südostasiatischen Insel Borneo waren Anfang April härtere Strafgesetze in Kraft getreten. Auf Grundlage der Scharia, die die religiösen und rechtlichen Normen im Islam regelt, drohte Homosexuellen die Todesstrafe durch Steinigung.

    Dieser Umstand hatte international viele Proteste ausgelöst. So hat der Hollywood-Star George Clooney dazu aufgerufen, Hotels zu boykottieren, die dem Sultan gehören.

    In Brunei sind zwei Drittel der mehr als 420.000 Einwohner Muslime. Seit einiger Zeit sind in der ehemaligen britischen Kolonie konservative islamische Kräfte auf dem Vormarsch. Der Sultan hatte 2014 damit begonnen, die Scharia einzuführen. Homosexuelle sollen in dem Sultanat seit langem unterdrückt werden.

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