14:56 26 Februar 2020
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    Im Vorfeld des Tages der Befreiung vom Faschismus (8. Mai 1945) wurde in Beilrode das Monument für sowjetische Soldaten feierlich eingeweiht. Der legendäre sowjetische T-34 wurde von den deutschen Fachleuten mit Kofinanzierung durch die russische Seite restauriert.

    Der Autor des internationalen Projekts, Wiktor Wassilewski, erzählte auf der Pressekonferenz in Moskau, wie die Idee entstand.

    Die Wolgograder Filiale der Russischen militärhistorischen Gesellschaft, die von Wiktor Wassilewski geleitet wird, war auf der Suche nach den Kriegsgräbern gefallener sowjetischer Soldaten auf den Seelower Höhen. Während seiner Arbeitsreise nach Berlin traf sich Wassilewski mit dem Leiter des Russischen Hauses der Wissenschaft und Kultur in der Friedrichstraße, Pawel Iswolski. Der Letztere erzählte, dass der Bürgermeister von Beilrode schon mehrere Jahre lang nach Finanzmitteln für die Sanierung eines Panzers T-34 sucht, der von Militärfachleuten das beste Panzerfahrzeug des Zweiten Weltkrieges genannt wird.

    „Das stimmte völlig mit unseren Plänen überein. Im Dezember 2018 kamen wir nach Beilrode, sahen uns in die Augen und haben verstanden, dass wir eine gemeinsame Aufgabe haben. Wichtig ist, dass die deutschen Kollegen bereits ein Restaurierungsprojekt entwickelt haben. Wir wollten, dass die Arbeiten zum 25. April abgeschlossen werden. An diesem Tag 1945 trafen sowjetische und amerikanische Truppen bei Torgau an der Elbe zusammen. Aber das Denkmal wurde noch früher — schon Anfang April — saniert und wir haben nicht bereut, dass es eine deutsche Firma war, die die Restaurierung durchgeführt hat. Alles wurde auf höchstem Niveau gemacht“, merkte Wiktor Wassilewski an.

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    Mit einem sowjetischen T34 auf einem gemauerten Sockel wurde das „Denkmal der Befreiung“ 1975 im Park der Gemeinde Beilrode errichtet. Bis heute erinnert das Denkmal an die Befreiung vom Faschismus und ist ein touristischer Anlaufpunkt.

    Das deutsch-russische Projekt sorgte für Aufmerksamkeit. Während der feierlichen Einweihung in Beilrode wurde Wassilewski von Vertretern einer anderen deutschen Stadt - Rothenburg - angesprochen. Sie erzählten, dass das sowjetische Denkmal in ihrer Stadt in einem katastrophalen Zustand sei und boten das gleiche Format für die Zusammenarbeit an. Auch das Monument an den Seelower Höhen soll restauriert werden.

    Im September 2019 begeht Europa den 80. Jahrestag des Kriegsbeginns. Mehrere Gedenkstätten auf dem Territorium Deutschlands, Polens, Ungarns, der Slowakei und anderer europäischer Länder sind pflegebedürftig. „Die Restaurierung von Militärdenkmälern ist unsere heilige Pflicht“, betonte Wassilewski.

    2016 wurde das Projekt  „Ort der Erinnerung“ zur Überwachung des Zustandes der Denkmäler des Zweiten Weltkrieges gestartet. Auf einer interaktiven Karte kann man den Ort angeben, wo ein Kriegsdenkmal in einem erbärmlichen Zustand ist, oder eine Kriegsgräberstätte zu Unrecht verwahrlost ist und Pflege erfordert. Diese Karte gibt Aktivisten die Möglichkeit, Informationen auszutauschen.

    Das Heldendenkmal der Roten Armee am Schwarzenbergplatz in Wien
    © AFP 2019 / ALEXANDER KLEIN / A man walks by a fountain at the Schwarzenbergplatz, in front of the "Soviet War Memorial" (Heldendenkmal der Roten Armee) on a clear day in Vienna on May 28, 2013
    „Im Grunde genommen haben wir ein neues Kommunikationsnetz für nicht gleichgültige Menschen geschaffen“, erläutert die Mitarbeiterin der Russischen militärhistorischen Gesellschaft, Irina Kasnatschejewa. „Man hat bereits etwa 12.000 Kriegsdenkmäler auf der Karte angegeben, und sie wird ständig aktualisiert. Es gibt viele Freiwillige aus den USA, Kanada, der Ukraine, Weißrussland und Kasachstan. Das Projekt, das am Anfang ein gesamtrussisches Projekt sein sollte, ist zu einer wirklich internationalen Initiative geworden.“

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    Laut der Historikerin versucht man in einigen Ländern Europas, die Rolle der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg aus dem Gedächtnis zu löschen. Es werden Denkmäler geschändet. Volontäre wollen die Gerechtigkeit wiederherstellen und an jenen Beitrag erinnern, den die Sowjetunion zu dem mit Millionen Menschenopfern bezahlten Sieg über den Faschismus geleistet hat.

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    Tags:
    Deutschland, Panzer T-34, Restaurierung, Tag des Sieges, Sowjetunion, Denkmäler, Zweiter Weltkrieg