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09:00 24 Juli 2019
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    Figur der Feministin Alice Schwarzer während der Rosenmontag-Parade (Archiv)

    „Echt traurig“ – Alice Schwarzer beklagt „Diffamationskampagne“

    © AFP 2019 / PATRIK STOLLARZ
    Gesellschaft
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    Ilona Pfeffer
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    Am Rande einer Konferenz, die sich mit dem muslimischen Kopftuch beschäftigte, hat ein Handyvideo für Empörung gesorgt. Es zeigt die Feministin Alice Schwarzer in einem Wortgefecht mit einer muslimischen Demonstrantin. Während Schwarzers Äußerungen von vielen als rassistisch kritisiert werden, sieht sie sich einer Diffamationskampagne ausgesetzt.

    Das muslimische Kopftuch – nur ein Stück Stoff? Nicht ganz. Eine Konferenz an der Goethe Universität Frankfurt mit dem Titel „Das islamische Kopftuch – Symbol der Würde oder der Unterdrückung“ zeigte in dieser Woche einmal mehr, wie aufgeheizt und konfliktgeladen die Debatte um die Kopfbedeckung der gläubigen Musliminnen ist. Die einen erklären es zur freien Entscheidung der modernen Muslima, ihr Haar zu bedecken und männlichen Begehrlichkeiten eine Absage zu erteilen. Andere sehen das Tuch als Zeichen der Unterdrückung der muslimischen Frauen und Mädchen und fordern beispielsweise Kopftuchverbote an Grundschulen und im öffentlichen Dienst. So auch Deutschlands wohl bekannteste Feministin Alice Schwarzer, die zu den Sprecherinnen bei der Konferenz in Frankfurt gehörte. Schwarzer kritisiert das Kopftuch als „Flagge des politischen Islams“. Hierzulande habe sich eine „falsche Toleranz“ und eine „verordnete Fremdenliebe“ entwickelt.

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    Schwarzers Position stößt nicht immer auf Gegenliebe. In Frankfurt beklagte die Feministin das „Sprechverbot“ für islamkritische Stimmen. Auch wer das Kopftuch kritisiere, werde angefeindet. Dies spiele wiederum den Rechtspopulisten in die Hände.

    Für Aufregung auf Twitter sorgte ein kurzes Video, das Alice Schwarzer bei einer Demonstration am Rande der Konferenz zeigt. Schwarzer fasst eine der kopftuchtragenden Demonstrantinnen am Arm, diese lässt es sich nicht gefallen. Daraufhin sagt Schwarzer: „Oh, ich dachte, nur ein Mann darf Sie nicht anfassen!“

    Tagesspiegel-Autorin Hatice Akyün kann ein solches Verhalten nicht verstehen und wirft Schwarzer Arroganz, Überheblichkeit, Respektlosigkeit und Zynismus vor.

     

    Viele User interpretieren Schwarzers Verhalten als Ausdruck von Rassismus.

    Chanel #VII aus der Serie Al-Kouture
    © Foto : Contemporary Muslim Fashions/Jenkins Johnson Gallery/Al-Badry, Wesaam
    Alice Schwarzer sieht sich hingegen ins falsche Licht gerückt und einer Diffamationskampagne ausgesetzt. Als einzige Konferenzteilnehmerin sei sie zu den Demonstrantinnen rausgegangen, um das direkte Gespräch zu suchen. Von Anfang an hätten die jungen Frauen laut geschrien und nicht mit sich reden lassen. Was aus dem „läppischen“ Vorfall gemacht worden sei, sei „echt traurig“ und „aufschlussreich“.

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    Bei aller Kritik gibt es auch Nutzer, die sich auf Schwarzers Seite stellen.

     

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    Tags:
    Kopftuch, Rassismus, Feministin, Konferenz, Kopfbedeckung, Deutschland, Empörung, Alice Schwarzer