Widgets Magazine
15:52 19 August 2019
SNA Radio
    Flaggen der EU-Mitgliedstaaten

    Fake News bei EU-Wahlen überschätztes Problem – Studie

    © AFP 2019 / EMMANUEL DUNAND
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    9260

    Die Befürchtungen der EU hinsichtlich der Versuche „externer Kräfte“, die anstehenden Europa-Wahlen durch soziale Netzwerke zu beeinflussen, sind laut Ergebnissen einer britischen Studie wesentlich übertrieben.

    „Fake News“ und „russische Propaganda“ sind die wohl am beunruhigendsten Stichworte im Europawahl-Diskurs. Einige Berichte vermitteln das Bild, dass sich gute die Hälfte der Beiträge zum besagten Thema auf Twitter und Facebook aus gefälschten Meldungen und abgefeimter Desinformation zusammensetzt.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Ibiza-Skandal und Europawahl: Wird Video-Affäre um Strache Europas Rechten schaden?<<<

    Beispielsweise ergab eine Umfrage der Beratungsfirma „PriceWaterhouseCoopers“, dass 71 Prozent der Deutschen die Gefahr von gezielten Falschmeldungen als „sehr hoch“ oder „eher hoch“ einschätzen.

    Und das sei kein Wunder – denn bereits im Februar hatte der EU-Rat vor möglichen Angriffen auf die Wahlinfrastruktur sowie vor „Desinformationskampagnen“ gewarnt. In einer besonderen Erklärung des Rates wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man bei „russischen Quellen“ Vorsicht walten lassen müsse, da diese angeblich zunehmend auf Desinformationsstrategien zurückgreifen würden.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Österreich im Europawahlkampf: Die Spitzenkandidaten und ihre Positionen<<<

    Eine neue Studie des Oxford Internet Institute kann diese Ängste wohl nun zerstreuen.

    Vom 5. bis 20. April untersuchten Forscher 584.062 Nachrichten auf Twitter zum Thema Europawahl. 137.658 davon enthielten Links zu Informationsmeldungen unterschiedlicher Zuverlässigkeit. Der Anteil von sogenannten „Junk News“ soll dabei sehr gering gewesen sein. Auch russische Quellen waren ziemlich selten zu finden.

    „Insgesamt fanden wir sehr kleine Anteile an Junk-Nachrichten und fast keine Inhalte von bekannten russischen Websites, mit Ausnahme einiger weniger Links zu RT und Sputnik, die weniger als ein Prozent dieser Nachrichten ausmachten“, so die Autoren.

    Obwohl einige “Junk News”-Mitteilungen auf Facebook sehr populär werden und in Einzelfällen sogar viermal mehr Likes und Kommentare als Artikel aus professioneller Berichterstattung sammeln können, interagieren deutlich mehr Nutzer mit konventionellen Quellen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    RT, Sputnik, Facebook, Twitter, Deutschland, Studie, EU-Wahlen 2019, Fake-News