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    Gäste beim Weltverkehrsforum in Leipzig, 2017 (Archiv)

    Weltverkehrsforum in Leipzig: Fracht- und Personenverkehr weltweit bis 2050 verdreifacht

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    In Leipzig findet vom 22. bis 24. Mai das Weltverkehrsforum statt. Mehr als 1000 Experten, darunter die Verkehrsminister Chinas, Deutschlands und der USA diskutieren drei Tage über möglichst umweltfreundlichen Verkehr in Städten und im Handel. Der Zukunftsbericht, der zu Beginn des Forums vorgestellt wurde, gibt eher düstere Aussichten.

    Jedes Jahr im Mai findet in Leipzig das größte Treffen von Verkehrsministern weltweit statt. Auf dem Weltverkehrsforum (International Transport Forum – ITF) diskutieren mehr als 1100 Delegierte aus 72 Ländern mit 41 Verkehrsministern oder deren Stellvertretern über die Zukunft des Verkehrs, sei es auf der Schiene, der Straße, dem Meer oder in der Luft, in der Stadt und auf dem Land. In diesem Jahr nehmen unter anderem US-Verkehrsministerin Elaine Chao und Chinas Verkehrsminister Xiaopeng Li teil. Auch Russland schickt seinen stellvertretenden Minister für Verkehr Alexey Semenov.

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    Fracht- und Personenverkehr über Land verdreifacht

    Alle zwei Jahre veröffentlicht das ITF eine große Analyse zu Transportentwicklungen weltweit. Die Experten des internationalen Thinktanks gehen in ihrem diesjährigen Bericht, dem „ITF Transport Outlook 2019“ , der am Mittwoch in Leipzig vorgestellt wurde, davon aus, dass sich der Mobilitätsbedarf weltweit in den nächsten dreißig Jahren verdreifachen wird. Dies betrifft sowohl den Personen- als auch den Frachtverkehr.

    Jari Kauppila vom ITF betonte auf der Pressekonferenz, dass man den Fokus nicht nur auf den Verkehr in Städten legen sollte. So wird sich laut Prognose der Experten bis 2050 der gesamte Verkehr in Städten weltweit zwar verdoppeln, der Personenverkehr über Land wird sich jedoch verdreifachen. Der gesamte Frachttransport, einschließlich des Seeverkehrs, wird sich ebenfalls verdreifachen.

    CO2-Anstieg bis 2050 um 60 Prozent

    Entsprechend düster sind die Aussichten der Experten auf die CO2-Reduktion. Trotz Maßnahmen wie dem Pariser Klimaabkommen wird wohl der CO2-Ausstoß bis 2050 weltweit noch einmal um 60 Prozent ansteigen. Kaupilla verwies darauf, dass die politischen Maßnahmen bisher in keinem Land ausreichen würden, das Ziel zu erreichen, die Erderwärmung unter zwei Prozent zu halten.

    Elisabeth Windisch vom ITF ergänzte: „Wir sind uns schon dessen bewusst, dass aus Umweltperspektive die Ergebnisse unserer Analysen katastrophal sind.“ Diese Botschaft versuche das ITF durchaus an die Politiker zu kommunizieren, so die Transportexpertin.

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    Mehr Home-Office und 3D-Drucker, weniger Online-Handel und Kerosin?

    Als Lösung schlagen die Experten mehr „gemeinsam genutzte Mobilitätsdienste“ in der Stadt vor. Auch „Home Office“, also das Arbeiten von Zuhause aus, könnte den Stadtverkehr reduzieren.

    Auf der anderen Seite würde ein weiteres schnelles Anwachsen des Online-Handels internationale Frachtvolumina um zwei bis elf Prozent anwachsen lassen.

    Die größten Möglichkeiten zur Reduzierung von CO2-Emissionen sehen die Experten in alternativen Energiequellen für Flugzeuge. Würden alle Kurzstrecken elektrisch betrieben, sänke der CO2-Ausstoß aus inländischen Flügen um 55 Prozent.

    Auch im 3D-Druck sehen die Experten großes Potential. Sollte sich dieses Verfahren in der Produktion, wie auch im Heimbereich, durchsetzen, könnte dies das weltweite Frachtaufkommen um 28 Prozent und den entsprechenden CO2-Ausstoß um 27 Prozent reduzieren.

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    Tags:
    Russland, Entwicklung, Transport, CO2, Forum, Handel, USA, China, Verkehr, Leipzig, Deutschland