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22:07 15 Juli 2019
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    Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer beim Weltverkehrsforum in Leipzig

    Weltverkehrsforum – Geplante Bahnverbindung zwischen Nord- und Südkorea auf Eis?

    © REUTERS / MATTHIAS RIETSCHEL
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    Armin Siebert
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    Verkehrsminister aus aller Welt treffen sich vom 22. bis 24. Mai in Leipzig. Den Vorsitz des Weltverkehrsforums hat 2019 Südkorea. Dessen Vize-Verkehrsminister berichtete in Leipzig von Plänen für eine Bahnstrecke nach Nordkorea. Die US-Transportministerin erzählte vom Umgang mit Drohnen und Bundesminister Scheuer hält sich für einen Klimaschützer.

    Mehr als 1000 Delegierte aus mehr als 70 Ländern und rund 40 Minister werden bis Freitag auf dem Weltverkehrsforum in Leipzig erwartet. Es geht auf dieser weltweit größten Verkehrskonferenz um diverse Transportfragen von autonomen Fahren über Drohnen bis hin zu globalen Handelswegen.

    Das als “Davos des Transports” bekannte Treffen wird vom „International Transport Forum“ (ITF) organisiert. Südkorea hält 2019 dessen Präsidentschaft.

    „Pause“, aber keine „permanente Aussetzung“

    Südkoreas Vize-Verkehrsminister Jeong Ryeol Kim berichtete am Eröffnungstag des Gipfels auf der Pressekonferenz von einer geplanten Bahnstrecke zwischen Süd- und Nordkorea. „Dies könnte einer der ersten Schritte sein, um Frieden in Asien zu erreichen“, so der Minister.  Der Grundstein für die Bahnverbindung wurde bereits im Juni 2018 unter Anwesenheit von Vertretern Russlands und Chinas gelegt. Bisher gebe es drei Gipfeltreffen zu diesem Thema und ein Basisplan sei erarbeitet, sagte Kim. Unter Einbeziehung Russlands und Chinas würde bereits an den Details und an der Finanzierung gearbeitet. Allerdings gäbe es durch den Stillstand der Gespräche zwischen den USA und Nordkorea im Moment eine „Pause“, so Kim. Dies bedeute jedoch nicht die „permanente Aussetzung des Projektes“, ergänzte der Minister.

    Großes Interesse Russlands

    Jeong Ryeol Kim sagte auch, dass er an dem Gipfeltreffen zwischen den Präsidenten Nordkoreas und Russlands Kim Jong Un und Wladimir Putin im April in Wladiwostok teilgenommen habe. Dort hätt er den Eindruck gehabt, dass sowohl Russland als auch China und Nordkorea sehr an einer Vernetzung im Transportwesen interessiert seien. „Besonders von Seiten Russlands war das Interesse daran groß“, so der Minister.

    Zu der umstrittenen 5G-Technologie berichtete Kim, dass diese bereits bei der Winterolympiade in Pjöngjang im vergangenen Jahr für die Bild- und Datenübertragung genutzt worden sei. 5G werde auch gerade bei selbstfahrenden Autos auf einem Testgelände in Südkorea erprobt, berichtete der Minister.

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    „Als Bundesverkehrsminister mache ich jeden Tag aktiv Klimaschutz.“

    Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat den Kongress am Mittwochnachmittag offiziell eröffnet. In seiner Rede sagte Scheuer: „Als Bundesverkehrsminister mache ich jeden Tag aktiv Klimaschutz.“ Darauf zählte Scheuer diverse Maßnahmen der Regierung zur Förderung der Nutzung von Rad, Schiene und Wasser als Transportwege und -mittel auf.

    Ob der Minister mit der Bahn nach Leipzig angereist ist, ist nicht bekannt. Scheuer forderte außerdem mehr Aufklärung der Menschen über Zukunftstechnologien, damit sich niemand abgehängt fühle. Der CSU-Minister beschrieb auch die Herausforderungen, die die Wiedervereinigung im Verkehrsbereich mit sich brachte. Zum Schluss seiner Rede lobte Scheuer das Fehlen von Grenzen in Europa, was zu mehr Mobilität und Austausch der Bürger führe.

    US-Verkehrsministerin Elaine Chao hielt in Leipzig ein Plädoyer für autonomes Fahren, das erstens sicherer sei und zweitens es potentiell auch behinderten oder älteren Menschen ermöglichen könnte, wieder „hinterm Steuer“ zu sitzen und mobiler zu sein.

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    Kennzeichnungspflicht für Drohnen in den USA?

    Die Ministerin unterstrich außerdem die Vorteile von Drohnen, besonders in Situationen, die für Menschen zu gefährlich seien. In den USA gäbe es bereits mehr als eine Million Drohnen, so die Ministerin. Entsprechend seien die Gesetze für den Luftraum angepasst worden. Im Moment werde angestrebt, ähnlich wie bei Flugzeugen, auch für Drohnen eine Kennzeichnungspflicht mit eigener ID einzuführen, um die Flugkörper im Zweifelsfall identifizieren zu können, so Chao.

    Das Weltverkehrsforum findet noch bis Freitag in Leipzig statt. Insgesamt sind während der drei Gipfeltage 80 Diskussionsveranstaltungen zu diversen Verkehrsthemen geplant.

    US-Transportministerin Elaine L. Chao bein Weltverkehrsforum in Leipzig
    © REUTERS / MATTHIAS RIETSCHEL
    US-Transportministerin Elaine L. Chao bein Weltverkehrsforum in Leipzig
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    Elaine L. Chao, Interesse, Russland, Verbindung, Südkorea, Nordkorea, USA, Andreas Scheuer, Forum, Verkehr, Leipzig, Deutschland