12:51 24 Juni 2019
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    Russlands Präsident Wladimir Putin (Archiv)

    Beliebtheit: Putin im Vergleich mit Kanzler Kurz und auch Kanzlerin Merkel

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    Gesellschaft
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    Nikolaj Jolkin
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    In Österreich sind die Zustimmungswerte für Putin höher als in Deutschland, stellt Daniel Witzeling, Leiter des Humaninstituts in Wien fest. Einige Junge Menschen haben ihn als Hintergrundbild auf dem Handy und identifizieren sich mit ihm mehr als mit Trump.

    Die Umfragen in Deutschland zeigen, dass 18 Prozent der Deutschen großes Vertrauen in Putin äußern, im Osten Deutschlands sind es ganze 23 Prozent. Trump kommt nur auf fünf Prozent.

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    Das Phänomen Putin dauere schon über 20 Jahre, sagte der Sozialforscher im Sputnik-Interview. „Erstaunlich ist, wie er am Anfang seiner Karriere um 2000 in Europa und in der Welt eine gewisse Skepsis hervorgerufen hat, welcher Anführer da aus Russland kommt. Diese anfängliche Skepsis ist im Pendel in die absolute Gegenseite geschwenkt. Er ist jetzt fast zum globalen Sympathieträger geworden, wahrhaft exponentielles Imagewachstum.“

    Über die vielen Jahre, in der sich Putin dieses Image erarbeitet habe, habe er den Menschen die Chance gegeben, so Witzeling, sich langsam, Schritt für Schritt, mit ihm zu identifizieren. „Daher sind auch die Umfragewerte so gut. Diesen Imagevorsprung kann Trump gar nicht haben. Putin ist eine natürliche Autorität. In seinem eher anfänglich unscheinbaren und fast auf Augenhöhe mit dem Menschen stattfindenden Auftreten hat er sich Sympathien erarbeitet.“

    Seine absolute Stärke sei vor allem, behauptet der Sozialforscher, „er weiß ganz genau, wann muss er hart sein und das durchsetzen, so wie im Ukraine-Konflikt, und dann gibt er aber auch nach, wenn es um Schwächere geht oder wenn Menschen Hilfe brauchen. Diese sozial-emotionale Intelligenz ist das Zukunftskriterium. Und das vergessen die Menschen nicht. Über so lange Zeit wiedergewählt zu werden, ist sein Zertifikat, das ihm die Wähler ausgestellt haben. Und in Umfragen in Europa gibt man das ebenfalls an.

    Witzeling sagt weiter: „Viele Putin-Fans haben das Gefühl, ohne ihn persönlich je getroffen zu haben, dass sie ihn irgendwie kennen, dadurch, dass er so viel medial, auch in den westlichen Medien, präsent ist. Durch überlegte Handlungen ist es so, dass die Menschen glauben, ihn zu kennen. Und somit stellt er für viele eine Projektionsoberfläche für Hoffnungen und Wünsche dar.“

    Judo-Kampfpraktiken in der Politik Putins

    Bei diesem Kampfsport sei der Respekt vor den anderen Menschen, führt der Experte aus. „Es ist eine Lebensphilosophie und ganz wichtig dabei ist, seine Fähigkeit nie gegen Schwächere einzusetzen. Und das ist nun bei Wladimir Putin sehr stark. Er ist respektvoll auch kleineren Staaten gegenüber und somit sieht man, dass er eigentlich, fernab der Einschätzung eines analytischen Typus, was der Westen oft denkt, ein Mensch mit hoher sozialer und emotionaler Intelligenz ist.“

    Er komme ja aus einfachen Verhältnissen, urteilt Witzeling. „Er wurde nicht mit dem goldenen Löffel, wie beispielsweise Trump, geboren. Und somit hat er einen anderen Respekt vor schwierigen Situationen, geht ihnen aber durch die Kampfsportart, die er noch weiterhin trainiert, mit einer ruhigen Lebensbalance an, und das macht ihn heutzutage auf der Weltbühne so stark.“

    Manche Deutsche wünschen sich so einen Bundeskanzler wie Putin

    Trotz seiner 66 Jahre, die man ihm gar nicht zutraue, habe er eine gewisse stark biophile Ausstrahlung, so der Sozialpsychologe. „Er strahlt was Positives aus, Lebensfreude und einen gewissen Körperkult. Er ist souverän, so wie eben in Österreich Sebastian Kurz jetzt ist, Anführer, die einen Fortschritt signalisieren. Und da gibt es eben die unbewusste Verbindung, in einem gesunden Körper steckt auch ein gesunder Geist. Und das strahlt Putin aus, ob er jetzt fischen oder jagen geht, schwimmen tut, Judo macht oder Eislaufen geht. Und das bewundern besonders junge Menschen stark, weil jeder ein Vorbild will, wo man sich was abschauen kann.“

    Gerade in schwierigen Krisenzeiten, wie das eben in Deutschland sei, wo Angela Merkel nicht das Identifikationsobjekt sei, sei Putin ein sehr starker Kontrast, merkt der Experte an. „Am ehesten steht ihm der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz nah, der auch jugendlich und sportlich ist sowie eine neue Zukunft ausstrahlt. Er ist in Europa auch aus Sicht der Deutschen interessant, Umfragen zufolge, ist er so ein Anführer, den die Menschen mit Putin vergleichen würden“, sagt der österreichische Sozialforscher abschließend.

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