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22:59 17 Oktober 2019
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    Berlin aus der Vogelperspektive (Archiv)

    Sputnik-Leser haben abgestimmt: Wohnungsgesellschaften enteignen!

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    Gesellschaft
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    In unserer wöchentlichen Umfrage hatten wir unsere Leser zuletzt gefragt: Wie sollte die Politik auf steigende Mietpreise reagieren? Unter den fünf Antwortmöglichkeiten kristallisierte sich schnell ein Favorit heraus: Große Wohnungsgesellschaften sollten enteignet werden. Aber auch eine andere Lösung fand viel Zuspruch.

    Vor allem in Deutschlands Großstädten steigen die Mieten immer weiter. Viele Menschen können sich nur noch schwerlich ihre Wohnung leisten. Eine neue und bezahlbare Mietwohnung zu finden, ist in Städten wie Berlin, München, Köln oder Hamburg fast unmöglich geworden. Gegen Mietwucher gibt es eine ganze Reihe von Vorschlägen, auch aus den unterschiedlichen politischen Parteien. Deshalb hatten wir unsere Leser gefragt: „Die Mietpreise steigen immer weiter, wie sollte die Politik darauf reagieren?“

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    Kampf den Spekulanten…

    Mit 42,4 Prozent gibt es einen klaren Favoriten: Die Antwortmöglichkeit „Große Wohnungsgesellschaften enteignen, zum Wohl der Allgemeinheit…“ erreicht in unserer Wochenumfrage den ersten Platz. Auch das ähnlich klingende Berliner Volksbegehren „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ findet immer mehr Zuspruch: Laut Initiative sind die erforderlichen 20.000 Unterschriften für die erste Stufe bereits erreicht. Auch die Linkspartei hat sich der Forderung angeschlossen, Mitglieder der Partei hatten zuletzt weitere 10.000 Unterschriften für das Volksbegehren gesammelt. In den anderen politischen Parteien findet die Forderung der Enteignung dagegen überwiegend keine Zustimmung.

    Stadt versus Land…

    Auf Platz zwei der Umfrage landet mit 23,9 Prozent der Stimmen die Antwortmöglichkeit „Den ländlichen Bereich attraktiver gestalten: Nahverkehr, Ärzte, Infrastruktur“. In der Tat gibt es in den ländlichen Regionen Deutschlands einen Mangel an Ärzten, immer mehr vor allem junge Menschen ziehen deshalb in die Städte. Eine Stärkung der Infrastruktur würde also nicht nur der Landbevölkerung helfen, sondern auch dortige Immobilien attraktiver machen. Experten befürchten allerdings, dass dann vor allem die Stadtbewohner aus finanziellen Gründen aufs Land ziehen würden, die eine Großstadt dringend benötigt: Beispielsweise Polizisten, Lehrer und Geringverdiener.

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    Strafe muss sein…

    Mit 15,7 Prozent liegt die Antwortmöglichkeit „Mietbremse verschärfen, Verstöße müssen härter bestraft werden“ auf Platz drei unserer Umfrage. Ein Vorschlag, den Justizministerin Katarina Barley vorantreiben möchte. Vermieter sollen auch Rückwirkend ab dem Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung zu viel bezahlte Miete an den Mieter zurückzahlen müssen, wenn ein Verstoß gegen die Mietpreisbremse nachgewiesen ist. Realität ist allerdings auch, dass kaum Mieter aktuell wirklich gegen ihren Vermieter vor Gericht ziehen, um Mietwucher wirklich anzuzeigen. Auch fehlt es Barley für ihren Vorstoß noch an genügend Unterstützung bei den Koalitionspartnern CDU und CSU.

    Schaffe, schaffe, Häusle baue…

    Knapp dahinter mit 11,9 Prozent gesellt sich die Antwortmöglichkeit „Bürokratie abbauen: Mehr Baugenehmigungen bedeuten mehr Wohnraum“ auf Platz vier. Tatsächlich wurden im vergangenen Jahr sogar weniger Baugenehmigungen in Berlin erteilt, als im Jahr zuvor. Die Gründe sind allerdings unterschiedlich. Ein größeres Problem sehen Beobachter in einer völlig überlasteten Baubranche: Die Unternehmen kommen mit den Aufträgen kaum hinterher und sind auf Jahre ausgebucht. Das ist gut für die Wirtschaft aber schlecht für den Wohnungsmarkt. Eine Lösung wäre die bessere Bezahlung und eine Förderung von Auszubildenden im Baugewerbe.

    Weniger ist mehr...

    Platz fünf und damit das Schlusslicht unserer Umfrage ist die Antwort „Steigende Mieten sind normal, damit müssen wir uns abfinden“. Das mag in einem gewissen Rahmen stimmen. Doch das österreichische Modell macht vor, dass Mieten nicht ins Unbezahlbare steigen müssen: Im Nachbarland ist die Mietpreissteigerung teilweise an die Inflationsrate gekoppelt, das wären hierzulande zwischen ein und zwei Prozent. Linke und Teile der SPD unterstützen diese Idee. Eine wirksame Waffe im Kampf gegen Mietwucher wäre laut Experten eine Mischung aus vielen Vorschlägen: Mehr Neubauten, Strafen bei zu hohen Mieten, Infrastruktur im ländlichen Bereich stärken, oder in letzter Instanz auch staatlicher Eingriff bei großen Immobilienspekulanten.

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    Unternehmen, Bürokratie, Große Koalition, Koalition, SPD, CDU, CSU, CDU/CSU, Mietpreisbremse, Geringverdiener, Immobilien, Städte, Nahverkehr, Zustimmung, Enteignung, Linkspartei, Immobilienspekulation, Sozialpolitik, Politiker, Politik, SputnikPolls, Sputnik, Leser, Parteienlandschaft, Parteien, Hamburg, Köln, München, Berlin, Miete, Deutschland, Großstädte, Lösung, Mietpreise, Wohnung, Wohnungsmarkt, Umfrage