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    Chefredakteur von Sputnik Litauen Marat Kassem (Archivbild)

    „Unmöglich, diesem Irrsinn zuzustimmen“: Chefredakteur von Sputnik Litauen zu Einreiseverbot

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    Der Chefredakteur von Sputnik Litauen Marat Kassem, der am Flughafen der litauischen Hauptstadt festgenommen und mit einem Einreiseverbot aus dem Land abgeschoben wurde, hat im Gespräch mit Radio Sputnik am Mittwoch über das Geschehnis berichtet.

    Laut dem Chefredakteur war der Vorfall eine geplante Aktion der litauischen Sonderdienste.

    Wie Kassem offenbarte, dauerte sein Aufenthalt am Flughafen knapp sechs Stunden. Er wurde an der Passkontrolle festgehalten, sein Gepäck wurde sorgfältig durchsucht.

    „Daraufhin gaben sie mir ein Schriftstück, das besagte, dass ich eine wesentliche nationale Bedrohung für die Staatssicherheit der Republik Litauen darstelle“, erklärte Kassem.

    Er bezeichnete das Vorgehen der litauischen Sonderdienste als „korrekt“, aber es sei „kein freundliches Gespräch“ gewesen.

    „Sie sprachen mit mir als wäre ich jemand, der etwas Inakzeptables und Schreckliches getan hat“, so der Chefredakteur.

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    Kassem plane, das Einreiseverbot vor Gericht anzufechten. Denn er glaube, dass solche Dinge nicht unbeantwortet bleiben dürften.

    „Auf solche Dinge jedes Mal mit Schweigen zu reagieren ist meiner Meinung nach falsch. Schweigen ist ein Zeichen der Zustimmung. Es ist unmöglich, diesem Irrsinn zuzustimmen“, erörterte er.

    Der Chefredakteur von Sputnik Litauen, Marat Kassem, war nach seiner Ankunft am Flughafen in Vilnius festgenommen worden. Nach mehreren Stunden wurde er freigelassen, allerdings darf er in den nächsten fünf Jahren nicht mehr in Litauen einreisen.

    Später wurde bekannt, dass Kassem in die Datenbank der ukrainischen Webseite „Mirotworez“ aufgenommen wurde, die „Staatsfeinde“ der Ukraine listet. Auf der Seite heiße es, Kassem sei aus Litauen abgeschoben worden, da er „eine Bedrohung für die nationale Sicherheit“ darstelle.

    Kassem kommentierte diese Nachricht am Mittwoch und sagte, es sei ihm „absolut egal“. Er verstehe allerdings den Grund für diesen Schritt.

    „Litauen ist sozusagen ein ‚Kurator‘ der Europäisierung der Ukraine, ein Lehrer, ein Mentor. Wenn Litauen eine solche Entscheidung trifft, folgen seine Satelliten dem gleichen Kurs“, so Kassem.

    Zwei Jahre davor hatten estnische Behörden ein Kamerateam des Senders WGTRK für mehrere Stunden festgesetzt und nach einer Leibesvisitation an der Grenze abgewiesen. Lettland setzte 2016 die Sendungen von WGTRK für drei Monate aus und verwies den Korrespondenten des russischen Senders des Landes.

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    Tags:
    Sputnik, Journalismus, Journalisten, Festnahme, Einreiseverbot, Litauen