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22:38 13 Oktober 2019
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    Klimaaktivistin Greta Thunberg (l.) und Schauspieler Arnold Schwarzenegger in Wien am 28. Mai 2019

    „Eure Zeit ist bald abgelaufen“ – Arnold Schwarzenegger schmiedet Allianz

    © REUTERS / LISI NIESNER
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    Ein prominentes Duo im Kampf gegen eine Klimakatastrophe: Ex-Gouverneur und Schauspieler Arnold Schwarzenegger und die Klimaaktivistin Greta Thunberg haben eine Allianz geschmiedet. Ihr gemeinsames Motto: Keine Zeit mehr verlieren“, ein „weiter so“ sei fatal.

    Auf einer zweitägigen Konferenz in Wien haben sich ab Dienstag rund 1200 Besucher und Wissenschaftler aus 30 Nationen getroffen, um über eine drohende Klimakatastrophe zu diskutieren. Veranstalter war die NGO „R20 - Regions of Climate Action“, die der Schauspieler Arnold Schwarzenegger 2010 gegründet hatte. Die Veranstaltung sollte vor allem Akteure vernetzen und eine Plattform für regionale Beispiele im Klimaschutz sein. Einer der Ehrengäste: Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg.

    Kurz vor dem Auftritt der 16-Jährigen ergriff aber zunächst Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen das Wort, der ebenfalls eingeladen war. Er warnte mit Blick auf das Klima, dass die Zeit davonlaufe:

    "Der Klimanotstand ist längst da. Nur wenn wir das, was wir schon lange wissen, in die Tat umsetzen, kann Hoffnung entstehen."

    Greta Thunberg begrüßen zu dürfen sei eine Ehre, so Van der Bellen, der sich auch dafür entschuldigte, dass er wegen innenpolitischer Entwicklungen nur kurz am Gipfel teilnehmen könne.

    Als nächste Rednerin betrat Greta Thunberg die Bühne. Mit ruhiger Stimme erklärte sie, dass die meisten Menschen nichts über die grundlegenden Fakten des Klimawandels wüssten, doch dies könnten die Anwesenden ändern:

    "Weil wir soziale Tiere sind, fühlen wir uns zu Führungspersönlichkeiten hingezogen. Sie, die Sie heute da sind, sind Führungspersönlichkeiten. Die Menschen hören Ihnen zu!  Sie haben Einfluss und Verantwortung, und das ist eine Verantwortung, die die meisten von Ihnen nicht übernommen haben."

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    Einzelne, voneinander isolierte Lösungen seien nicht mehr genug, so Thunberg. Zu den Gästen des Gipfels gehörte unter anderem auch UN-Generalsekretär António Guterres.

    Applaus erntete Thunberg für ihre Worte auch von Ex-US-Gouverneur Arnold Schwarzenegger. In seiner Rede erklärte der 71-Jährige den Unterschied zwischen Träumern, Machern und Zweiflern. Die Träumer und Macher müssten zusammenarbeiten und den Zweiflern beweisen, dass diese mit ihrer Haltung nur für weitere Probleme sorgten:

    „Ich kann nicht verstehen, dass Autohersteller wie Volkswagen lieber betrügen, statt einen Elektromotor zu entwickeln, der sich weltweit verkaufen würde wie warme Pfannkuchen.“

    „Eure Zeit ist bald abgelaufen“, rief Schwarzenegger denen zu, die aus seiner Sicht nur den Status quo bewahren wollten. „Ihr könnt den Fortschritt bremsen. Aber wir Träumer und Macher weltweit werden Euch beweisen, dass ihr falsch liegt.“ Schwarzenegger selbst sei früher als verrückt bezeichnet worden, weil er unmögliche Ziele gehabt habe: Bodybuilding-Champion, Filmstar, Politiker. Nun würden Millionen mit Greta "Action" von den Erwachsenen verlangen, die Versprechungen machen würden, die sie nicht hielten.

    Am Abend kam Schwarzenegger erneut auf die Bühne. Sein Abschluss-Appell:  Die Welt dürfe sich nicht auf Politiker und Regierungen verlassen. Diese könnten zwar die Klimaziele erreichen, stattdessen würden sie aber lieber die Öl- oder Autoindustrie repräsentieren. Schwarzenegger zähle lieber auf die Menschen, die an der Konferenz teilnahmen und die Klimakatastrophe verhindern wollen. Sein Versprechen lautete deshalb, angelehnt an seine Rolle als Terminator: „I’ll be back.“

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    Tags:
    Österreich, António Guterres, Alexander van der Bellen, Aktivisten, Klimaschutz, NGO, Konferenz, Allianz, Greta Thunberg, Arnold Schwarzenegger