Widgets Magazine
05:29 22 Juli 2019
SNA Radio
    Dalai Lama bei der Vorlesung in Riga (Archiv)

    Dalai Lama Exklusiv über Schicksal der Welt: Russland – die Brücke zwischen Ost und West

    © Sputnik / Nina Alexeewa
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    1711518

    Zwar fühlt sich Dalai Lama, der 83 Jahre alt ist und vor kurzem sogar in ein Krankenhaus gebracht werden musste, nicht sehr wohl, aber im Mai hielt er im indischen Dharamsala die zehnte Jahresübung für russische Buddhisten ab – und gab Sputnik und RIA Novosti ein exklusives Interview.

    Dabei erzählte er, warum er an eine gute Zukunft der Menschheit glaubt, was er von Wladimir Putin und Donald Trump hält, welche Rolle Russland in der Welt spielen wird, welchen Rat er der neuen Generation mit auf den Weg gibt, was die Wissenschaft und das Bildungswesen bräuchten und wie man glücklich werden könnte. Das Interview führte Olga Lipitsch.

    Eure Heiligkeit, Sie sagten öfter, dass die Menschen besser werden: Sie zeigen immer mehr Mitleid, wollen keine Kriege mehr und schonen die Umwelt. Aber jetzt sagen Sie, der Menschheit mangele es an Verantwortung, und die Welt stünde am Rande einer Katastrophe. Haben Sie Ihre Meinung geändert? Sind Sie etwa von der Menschheit enttäuscht?

    Nein, meine Meinung hat sich nicht verändert – ich bin davon noch mehr überzeugt als früher. Jedes Lebewesen, selbst ein Insekt, will nicht leiden – es will glücklich leben. Und jeder hat das Recht, glücklich zu sein.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Dalai Lama erläutert, wie man die Welt besser machen kann<<<

    Außerdem (und das ist sehr wichtig) neigen die Menschen laut jüngsten Forschungsergebnissen zu Mitleid. Das ist ja offensichtlich: In unseren ersten Lebensjahren brauchen wir die Liebe unserer Mutter und ihre Pflege – andernfalls könnten wir nicht überleben. Dasselbe gilt für alle Gesellschaftstiere. Das Gemeinschaftsgefühl ist uns in einem gewissen Sinne angeboren. Im Laufe von Jahrtausenden überlebten Menschen eben darum, weil sie zusammenhielten und einander unterstützten.

    Was ist also das Problem heutzutage?

    Heutzutage gibt es Probleme, die wir nicht kontrollieren können. Eines von ihnen ist die globale Klimaerwärmung. Ich habe mich vor kurzem mit Wissenschaftlern getroffen, und einer von ihnen war ein Nobelpreisträger aus Taiwan auf dem Gebiet der Chemie. Er sagte, dass es sich über die weitere Existenz unserer Welt in den kommenden 80 Jahren entscheiden werde.

    Wir müssen uns um die Umwelt sehr kümmern. Und heutzutage denken immer mehr Menschen daran, und das ist ein gutes Zeichen.

    Und noch etwas: Es werden ja so viele Menschen von Menschen getötet! Hätten die Menschen von Anfang an einander so intensiv getötet, wie sie das jetzt tun, dann hätten wir ja keinen Grund für Sorgen: Die Menschheit würde es nicht mehr geben.

    Meines Erachtens ist das sehr eng mit dem feudalen System verbunden. In feudalen Ländern riefen Könige oder religiöse Führer ihre Armeen zusammen und schickten sie los, um andere Menschen zu töten. Aber ich bin sicher, dass alle Soldaten viel Wert auf ihr Leben legen. Hätten sie ihre Entscheidungen selbst treffen können, dann hätten sie wohl einander nicht getötet.

    Ihr Russen habt sehr traurige Erfahrungen aus dem Leben unter Stalin gehabt, und Eure Gegner, die Deutschen, hatten traurige Erfahrungen unter Hitler. Unter Stalin in der Sowjetunion und unter Hitler in Deutschland wurden ja Millionen Menschen getötet. Und diese Millionen Todesopfer waren unsere Brüder und Schwestern.

    Der Erste Weltkrieg, dann der Zweite – haben sie denn etwas Positives gebracht? Nein. Es wurde nur noch mehr Hass provoziert, es sei denn wir halten die Entwicklung der Militärindustrie für positiv. Aber der einzige Zweck der Waffen ist, jemanden zu töten. Selbst die Konzeption des Krieges besteht darin, Soldaten zu mobilisieren und loszuschicken, damit sie einander töten – das ist die Zugehörigkeit zum feudalen System. Aber es ist hoffnungslos veraltet.

    In Thailand hat vor kurzem ein neuer König und in Japan ein neuer Kaiser den Thron bestiegen, und in Großbritannien kam ein neuer Prinz zur Welt. Ich glaube wirklich, dass Monarchie als Regierungsform veraltet ist. Die bolschewistische Revolution in Russland bedeutete ein Ende des Zarismus, und die französische Revolution wurde zum Ende der Monarchie in Frankreich. Ich glaube, das war richtig so.  (Lacht) Das ist eine veraltete Denkweise: Könige, Königinnen. Außerdem wird bei der Monarchie ein viel zu starker Akzent auf Militärgewalt gesetzt.

    Welche Regierungsform halten Sie für optimal?

    Es ist die Zeit der Demokratie gekommen. Die Welt gehört sieben Milliarden Menschen. Jedes Land gehört seinem Volk. Wenn Menschen gut ausgebildet werden, wenn sie eine richtige Lebensweise haben, werden sie wohl einander nicht töten.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Europaparlament hat mit echter Demokratie nichts zu tun – Experte<<<

    Nehmen wir einmal die Europäische Union als Beispiel. Im vorigen Jahrhundert führten die europäischen Länder blutige Kriege gegeneinander. Und nach dem Zweiten Weltkrieg beschlossen zwei Länder, die auf den ersten Blick Erzfeinde waren, nämlich Frankreich und Deutschland, dass sie lieber an gemeinsame Interessen als an separate Interessen Frankreichs und Deutschlands denken sollten. Denn das entsprach nun einmal der Realität. So ist die Europäische Union entstanden. Und deshalb führten ihre Mitglieder nie Kriege gegeneinander – und ihre Einwohner mussten kein Blut vergießen.

    Manchmal sage ich, dass auch Russland der Europäischen Union beitreten sollte.

    Was Russland angeht… Präsident Putin sagte ja scherzhaft, dass es nach dem Tod Mahatma Gandhis niemanden geben würde, mit dem man reden könnte. Und was denken Sie? Gibt es heutzutage Politiker, die die Welt verbessern könnten, wie das Gandhi einst machte? Oder spielen Politiker heutzutage keine so große Rolle?

    Vor allem muss ich sagen, dass Russland ein großes Land ist, das auch sehr stark ist. Die jüngsten Ereignisse haben gezeigt, dass Putin viel Wert auf die Ereignisse in verschiedenen Regionen der Welt legt, und das ist gut.

    Putins Amtskollege, Präsident Trump (winkt mit der Hand ab, um zu zeigen, dass Trump quasi hoffnungslos ist)… Wie Putin, steht er auch an der Spitze einer Großmacht und trägt eine große Verantwortung. Als Staatsoberhaupt einer solchen Großmacht sollte man das gesamte Bild auf einmal sehen. Und daran denken, was für sein Land langfristig positiv wäre. Das ist sehr wichtig. Er sollte nicht nur an kurzfristige Vorteile denken. Natürlich ist es mir nicht vorbehalten, die Aktivitäten Präsident Trumps zu kritisieren. Aber denken Sie nur: Er hat Milliarden Einheiten Waffen an Saudi-Arabien verkauft. Aus meiner Sicht ist das falsch. Außerdem ist er aus dem Pariser Klimaabkommen ausgetreten. Das ist sehr bedauernswert.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: USA drohen Europa mit Ausschluss aus US-Finanzsystem – wegen Handels mit dem Iran<<<

    Die Welt befindet sich gerade in einer kritischen Situation. Und Putin müsste sein Vorgehen sehr gründlich erwägen und die Situation in der ganzen Welt berücksichtigen – und daran denken, was langfristig nützlich sein wird.

    Sie sagten, Russland könnte einen großen Beitrag zur internationalen Entwicklung leisten. Denken Sie immer noch so? Und warum?

    Ja. Russland hat noch einen Vorteil: Aus geografischer Sicht dient es als Brücke zwischen dem Osten und dem Westen.

    Und noch etwas: Ich bin Buddhist, sage aber nie, der Buddhismus wäre die beste Religion. Alle großen religiösen Traditionen sind wie Arzneimittel, die Menschen helfen, eine gesunde Vernunft zu finden. Man darf nicht ein Medikament auswählen und sagen, es wäre das allerbeste. Ein Arzt muss immer seinen Patienten untersuchen und erst dann ein Arzneimittel empfehlen, wobei er Rücksicht auf seinen Zustand nimmt. Dasselbe gilt für gläubige Menschen. Es gibt ja unter ihnen Menschen mit verschiedenen Veranlagungen. Einigen Menschen passt die eine oder andere Religion, anderen passt eine andere.  Dennoch bietet unter den vielen religiösen Traditionen gerade der Buddhismus (und vor allem die Tradition des altindischen Klosters Nalanda, der russische Buddhisten folgen)  eine durchaus wissenschaftliche Herangehensweise gegenüber der buddhistischen Lehre.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Liebst du Russland, liebt dich Russland auch – Buchautor Ebbecke<<<

    Der Buddhismus und die moderne Wissenschaft könnten durchaus Hand in Hand gehen. In Russland gibt es Regionen, deren Einwohner sich traditionell zum Buddhismus bekennen: Burjatien, Kalmückien, Tuwa und Transbaikalien. Als ich noch im Tibet lebte (bis 1959), hatten wir viele hervorragende Philosophen und Klostervorsteher aus Burjatien, Kalmückien und Tuwa.

    Nicht nur Buddhisten, sondern auch viele Menschen, die sich zu anderen Religionen bekennen, halten Sie für einen weisen Vorsteher und möchten Kontakte mit ihnen pflegen – auch im künftigen Leben. Ob was möglich wäre – und wie?

    Es geht darum, ob es Dalai Lamas künftig geben wird oder nicht. Das müssen die Völker selbst entscheiden, die auf dem Territorium leben, wo der tibetische Buddhismus verbreitet ist. Das sind unter anderem die Völker Russlands, der Mongolei, des Tibets und der ganzen Himalaya-Region.

    Der Name „Dalai“ – das ist ein mongolisches Wort (bedeutet so viel wie „Ozean“, „riesig“ – Anm. der Red.). Diesen Titel bekam der Dritte Dalai Lama während seines Mongolei-Besuchs. Wenn man aus meinem Namen die Wörter „Dalai Lama“ entfernt, kann ich meine Unterschrift nicht mehr setzen. Denn meine Unterschrift ist „Dalai Lama“. (lacht)

    Mit dem russischen Volk sind wir durch einmalige, ganz besondere Beziehungen verbunden, deren Wurzeln tief in der Geschichte stecken. Diese Beziehungen sind für alle nützlich: sowohl für Dalai Lama aus auch für die Tibet-Einwohner (für die so genannte „Schule Gelber Mützen“, Gelug), und auch für die Russen. Viele Mönche aus Russland studierten jahrelang in tibetischen Klöstern und wurden sehr gute Philosophen und Vorsteher.

    Und künftig werden diese Verbindungen weiter bestehen, egal ob ich dann noch lebe oder nicht. Aktuell studieren in unseren Klöstern wenigstens mehrere Hunderte Menschen aus der Mongolei und den buddhistischen Regionen Russlands. Also bleiben die Verbindungen weiter bestehen. Es kommt die neue Generation.

    Was könnten Sie der jungen Generation sagen?

    Wie ich schon sagte, ist die Tradition des Klosters bzw. der Universität Nalanda die modernste und am meisten „wissenschaftliche“ unter den verschiedenen religiösen und philosophischen Traditionen. Sie können darauf zurückgreifen. Vor allem sollten sich diejenigen damit vertraut machen, die den traditionellen buddhistischen Gemeinschaften angehören. Außerdem gibt es heutzutage unter den Russen, die keine Buddhisten sind, immer mehr Menschen, unter anderem auch Professoren der Moskauer staatlichen Universität, die ihr Interesse für die Nalanda-Tradition zeigen, für die Wissenschaft von der Intelligenz. Das ist ein sehr positives Zeichen. Die Situation reift allmählich. Denn Russland ist ein großes Land, das eine Art „Brücke“ zwischen Europa und Asien ist, und es kann einen wichtigen Beitrag zum Voranbringen der Idee von der Wichtigkeit der Ruhe des Verstandes leisten.

    Nur Gebete oder nur der Glaube helfen nicht, diese zu erreichen. Man muss begreifen, dass Zorn eine destruktive Emotion und Mitleid eine konstruktive ist. Es ist besonders wichtig, zu verstehen, dass der Zorn sich auf Unkenntnis und beschränktes Denken zurückführen lässt. Und die Basis des Mitleids bilden logische Argumente, die Fähigkeit, Dinge umfassend zu betrachten. Laut dem Buddhismus können wir Mitleid auf Basis von Analysen vorantreiben – und auch auf die moderne Wissenschaft.

    Mitleid sollte Menschen unter anderem im Rahmen der Ausbildung beigebracht werden, wobei wissenschaftliche Entdeckungen angewandt werden. Je mehr Mitleid, desto weniger Zorn wird es geben. Der Grund des Zorns liegt in Unkenntnis und Kurzsichtigkeit – er hat keine feste Basis.

    Und hat das Glück diese Basis, und was ist es überhaupt? Wie wird man glücklich?

    Glück ist ein sehr ernsthaftes Thema. In der westlichen Welt ist die Ausbildung im Allgemeinen darauf ausgerichtet, wie man materielle Werte erreicht. Und materielle Werte können uns nur sensuellen Spaß schenken.

    Wir mögen faszinierende Shows wie beispielsweise sportliche Wettkämpfe, und manche Fans verlieren praktisch den Verstand, wenn ihre Lieblingsmannschaft gewinnt. Da funktioniert der Verstand praktisch nicht mehr – alles wird sensorisch wahrgenommen. Noch können Menschen Spaß haben, wenn sie schöne Musik hören – diese Musik bringt sie praktisch zum Weinen. Man kann auch an Essen, an Aromen, an Berührungen oder auch am Sex Spaß haben. Das Glück, das sie dabei empfinden, stützt sich voll und ganz auf die sensorische Wahrnehmung.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Jeder Vierte in Deutschland unglücklich – Umfrage<<<

    Solcher Spaß kann nicht ewig dauern. Nur wenn Sie irgendwelche materiellen Gründe für das Glück haben, sind Sie glücklich. Und wenn diese verschwinden, bleiben Ihnen nur die Erinnerungen. Und das wahre Glück ist mit dem sechsten Sinn verbunden.

    Als ich 1979 Moskau besuchte, traf ich mich mit einigen sowjetischen Wissenschaftlern. Ich sagte ihnen, dass es im Buddhismus fünf Arten von Sinnen gibt, und der sechste Sinn ist der mentale. Sie erklärten sofort, das wäre alles religiöse Materie, und wollten das Thema nicht besprechen. Natürlich wollte ich mit ihnen nicht streiten, aber mir war damals offensichtlich, dass es sich um eine beschränkte Weltanschauung handelte.

    Das wahre Glück wird also nicht von Empfindungen hervorgerufen, die wir sensorisch spüren, sondern von mentalen Erlebnissen. Und wenn Sie etwas negativ empfinden, was mit ihren Gefühlsorganen verbunden ist, dann könnten Sie bei einer gewissen Erfahrung auf der mentalen Ebene die Ruhe des Verstandes erreichen.  Also ist das mentale Bewusstsein wichtiger als das sensorische. Da wir aber ein materialistisches Leben führen, werden wir quasi Sklaven unserer Erlebnisse.

    Wie wären die Wege, aus dieser „Sklaverei“ zu geraten, die Ruhe des Verstandes und das Glück zu erreichen?

    Da möchte ich folgendes sagen: Im Westen sind theistische Religionen verbreitet, wo der Hauptakzent auf den Glauben an Gott gesetzt wird. Dabei entstand in Indien noch vor 3000 Jahren die Konzeption der sechsten Art des Sinnes. Wenn man meditiert, kann man im Ruhestand den sechsten Sinn erreichen. Deshalb halte ich die indische Zivilisation für die am meisten entwickelte.

    Im 8. Jahrhundert wurden diese Kenntnisse aus Indien in die Region Tibet gebracht. Sie hat nämlich Shantarakshita aus dem Kloster Nalanda dorthin gebracht, und wir bewahren diese Kenntnisse schon seit mehr als 1000 Jahren. Außerdem besuchte Drogon Chogyal Phagpa die Mongolei und brachte den dortigen Einwohnern die buddhistische Dharma bei. Und später brachte Sonam Gyazo, der Dritte Dalai Lama die Buddha-Lehre in die Mongolei, insbesondere die Tradition der tiefen dialektischen Dispute.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Kriegsmaschine Mensch: Können wir nicht anders?<<<

    Als ich im Tibet lebte, hatten wir viele Mönche mit mongolischen Wurzeln, und sie alle studierten einfach vorbildlich. Kein einziger von ihnen verstieß gegen die Regeln des Klosters. So war beispielsweise Gen Ledgen ein großer Philosoph aus der Mongolei, er war in den Tibet nach der russischen Revolution geflüchtet. Er erzählte mir, dass er sich tagsüber unter einem Schafsfell verstecken musste, um nachts in den Tibet zu gehen. So erreichte er auch Lhasa und nahm dort sein Studium auf. Und 20 oder 30 Jahre später wurde er zu einem der besten Philosophen. Also pflegen wir – Tibet, die Mongolei und Russland – besondere Beziehungen. Deshalb verbinde ich mit Russland gewisse Hoffnungen.

    Sind Ihre Hoffnungen auf Russland mit der Wissenschaft bzw. mit dem Bildungswesen verbunden?

    In den letzten Jahrzehnten spreche ich mit westlichen Spezialisten auf Gebieten wie Bildungswesen, Psychologie und Neurowissenschaften. Und sie zeigen großes Interesse für die Kenntnisse, über die der Buddhismus im Tibet verfügt. Aber wenn ich mit westlichen Wissenschaftlern spreche, habe ich üblicherweise gewisse Zweifel und verzichte auf die Propaganda des Buddhismus. Denn die buddhistischen Konzeptionen könnten ihren einseitigen Glauben zerstören.

    Ich habe beispielsweise einen Freund, den Vater Wayne Tisdale – er ist ein sehr guter katholischer Mönch. Wir besprachen mit ihm ziemlich oft unsere gemeinsamen Praxen: Mitleid, Verzeihung, Toleranz usw. Und einmal fragte er mich nach Shunyata (Leere), und ich antwortete ihm: „Fragen Sie mich nicht danach, es geht Sie nichts an.“ Ich glaube, dass Bestimmungen aus der Quantenphysik und Shunyata sehr ähnlich sind – dabei handelt es sich darum, dass alle Dinge gegenseitig abhängig sind, dass es nichts gibt, was absolut wäre. Auch Gott ist nicht absolut. Deshalb sagte ich meinem christlichen Freund, dass er mich nach der Leere lieber nicht fragen sollte.

    Aber in Bezug auf Russland und die Russen habe ich keine solchen Zweifel. Denn wir pflegen schon seit Jahrhunderten Kontakte und besitzen diese Kenntnisse. Deshalb möchte ich sagen, dass russische Buddhisten möglichst viel Wert auf das Erlernen des Buddhismus legen sollten. Sie sollten sich mit solchen Themen wie Psychologie, Quantenphysik, Logik beschäftigen – diese Themen sind in der buddhistischen Literatur enthalten und werden in der geistigen Praxis angewandt. Sie können auch als Wissenschaften erforscht werden. Dann könnten Menschen verschiedener religiöser Ansichten und auch Atheisten auf diese Kenntnisse zurückgreifen.

    Ich bin mir sicher, dass russische Buddhisten eine große Zukunft haben. Sie sollten es sich gut überlegen. Und dann werden viel mehr Menschen enge Freunde Russlands. Also wird das auch aus politischer Sicht nützlich. (Lacht)

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Die Biowaffe der Zukunft? Forscher kämpfen gegen die Genschere<<<

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Atheismus, Glaube, Religion, Volk, Verantwortung, Politiker, Europäische Union, Europäische Union, Demokratie, Frankreich, Revolution, Monarchie, System, Industrie, Militär, Waffen, Hass, Erster Weltkrieg, Weltkrieg, Josef Stalin, Adolf Hitler, Hitler, Todesopfer, Sowjetunion, Sowjetunion, Sowjetunion, Deutsche, Russen, Soldaten, Sorgen, Existenz, Nobelpreisträger, Taiwan, Klimaerwärmung, Problem, Gesellschaft, Pflege, Liebe, Glück, Katastrophe, Umwelt, Mitleid, Menschen, Bildungswesen, Rolle, Generation, Donald Trump, Wladimir Putin, Menschheit, Zukunft, Interview, Buddhismus, Buddhisten, Brücke, Westen, Westen, Osten, Osten, Welt, Schicksal, Regierungsform, Wissenschaft, Politik, USA, Russland, Dalai Lama